|
26.11.2025
16:08 Uhr
|
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im Saarland sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Laut der Staatsanwaltschaft hat er die Tat gestanden.

Ein 42 Jahre alter Mann hat den tödlichen Angriff auf einen Gerichtsvollzieher im saarländischen Bexheim gestanden. Das sagte Oberstaatsanwalt Bernd Weidig in Saarbrücken. Gegen den Mann sei ein Haftbefehl erlassen worden, unter anderem wegen des Verdachts des Totschlags. Das Amtsgericht Saarbrücken habe die Untersuchungshaft angeordnet. Der Tatverdächtige aus dem Saarpfalz-Kreis war direkt nach der Tat am Dienstagmorgen im Stadtteil Oberbexbach festgenommen worden. Er soll den 58 Jahre alten Gerichtsvollzieher mit einem Messer getötet haben, als dieser in seiner Wohnung eine Zwangsräumung vollstrecken wollte. Die Kleinstadt Bexbach hat rund 18.000 Einwohner und liegt im Osten des Saarlandes in der Nähe zur Grenze zu Rheinland-Pfalz. Die Tat ist der zweite tödliche Angriff auf Staatsbedienstete in den vergangenen Monaten im Saarland . Am 21. August war in Völklingen ein 34 Jahre alter Polizist im Dienst erschossen worden , als er versuchte, einen mutmaßlichen Tankstellenräuber zu fassen. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat mittlerweile Anklage gegen den 18-Jährigen erhoben, unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes. Verband fordert besseren Schutz für Gerichtsvollzieher Der Deutsche Gerichtsvollzieher-Bund (DGVB) fordert nach dem Vorfall ein besseres Schutz- und Sicherheitskonzept für Mitarbeiter im Außendienst. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa nannte der DGVB-Vorsitzende Matthias Boek eine verbesserte Ausbildung, bessere Schutzausrüstungen wie etwa stich- und schusssichere Westen sowie einen höheren Schutz der Privatsphäre von Gerichtsvollziehern als Hauptanliegen. Gerichtsvollzieher seien im beruflichen Alltag größtenteils alleine unterwegs und daher besonders gefährdet, sagte Boek. Immer wieder komme es zu Gewalttaten. "Verbale Angriffe sind eigentlich an der Tagesordnung. Das gehört mit zu unserem Alltag", sagte Boek. Dazu komme auch körperliche Gewalt: "Das fängt mit Spucken, Kratzen und Schubsen an" und könne dann auch weiter eskalieren.