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25.11.2025
18:52 Uhr
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Im Saarland ist ein Gerichtsvollzieher bei einer Zwangsräumung tödlich verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 42-jährigen Tatverdächtigen.

Im Saarland ist ein Gerichtsvollzieher in Ausübung seines Dienstes getötet worden. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt wegen des Verdachts des Totschlags gegen einen 42-jährigen Mann aus dem Saar-Pfalz-Kreis. Er soll den Gerichtsvollzieher bei einer Zwangsvollstreckung in Bexbach mit einem Messer getötet haben, wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken auf Anfrage der ZEIT mitteilte. Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen. Zu den genauen Abläufen und möglichen Hintergründen äußerte sich die Staatsanwaltschaft bislang nicht. Die Ermittlungen laufen weiter. Der Beschuldigte soll spätestens am Mittwoch einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob Untersuchungshaft angeordnet wird. Die Tat löst im Saarland eine große Betroffenheit aus. Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte: "Was den Tathergang angeht, wird alles Notwendige und alles Erforderliche getan werden, das jetzt sehr gründlich und zügig auch aufzuklären.Die weiteren Informationen dazu werden Ihnen zu gegebener Zeit übermittelt werden." Rehlinger zeigte sich tief betroffen von "dieser furchtbaren Nachricht". "Im Dienst für unseren Rechtsstaat das Leben genommen" Die Nachricht über den Mitarbeiter der saarländischen Justiz lasse alle in Trauer und Fassungslosigkeit zurück. Die Gedanken seien nun "in allererster Linie bei der Frau, der Familie, den Freunden, den Angehörigen und auch den Kolleginnen und Kollegen", sagte Rehlinger. Ähnlich äußerte sich auch die saarländische Justizministerin Petra Berg (SPD). "Dem hochgeschätzten Kollegen wurde im Dienst für unseren Rechtsstaat das Leben genommen", teilte sie mit. "Dieser schreckliche Angriff auf einen Menschen, der sich tagtäglich in den Dienst der Gerechtigkeit stellte, macht uns tief betroffen." Der tödliche Angriff sorgt laut Bürgermeister Christian Prech (CDU) für Entsetzen in der Stadt. Die Tat habe ihn "persönlich tief erschüttert", wie auch die Menschen in ganz Bexbach, sagte Prech. Nach seinem Kenntnisstand komme der getötete Gerichtsvollzieher auch aus Bexbach (Saar-Pfalz-Kreis). "Deswegen gilt auch natürlich mein tiefstes Mitgefühl seiner Familie, das ich hiermit aussprechen möchte." Die Tat von Bexbach ist der zweite tödliche Angriff auf Staatsbedienstete in den vergangenen Monaten im Saarland. Am 21. August war in Völklingen ein 34 Jahre alter Polizist im Dienst erschossen worden , als er versuchte, einen mutmaßlichen Tankstellenräuber zu fassen. Dieser soll die Schüsse aus einer Dienstwaffe abgefeuert haben, die er zuvor einem anderen Polizisten entrissen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat mittlerweile Anklage gegen den 18-Jährigen erhoben, unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes.