Zeit 23.11.2025
16:35 Uhr

SPD: Berliner SPD-Chefs Böcker-Giannini und Hikel treten zurück


Martin Hikel steht wegen seines Vorgehens gegen Clankriminalität unter Druck. Auch Nicola Böcker-Giannini fehlt der Rückhalt. Ende November geben sie den SPD-Vorsitz ab.

SPD: Berliner SPD-Chefs Böcker-Giannini und Hikel treten zurück
Die Vorsitzenden der Berliner SPD, Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini, treten nach parteiinternem Druck zum Monatsende zurück. Das meldete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Parteikreise. Auch Tagesspiegel und B.Z. berichteten. Beide Politiker informierten demnach den geschäftsführenden Landesvorstand der SPD . Die beiden Vorsitzenden, die erst seit 2024 an der Spitze der Berliner SPD stehen, ziehen damit die Konsequenzen aus dem mangelnden Rückhalt in der Partei. Ihre Nachfolge soll den Zeitungen zufolge Steffen Krach übernehmen. Die Berliner SPD hatte Krach zuletzt zu ihrem Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl 2026 gewählt. Hikel und Böcker-Giannini unter Druck Hikel, der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln ist, war vor zwei Wochen bei einer Wahlversammlung der dortigen SPD mit 68,5 Prozent erneut für den Posten nominiert worden. Er hatte daraufhin überraschend angekündigt, dass er bei der Wahl 2026 nicht mehr für das Amt kandidieren wolle. Das Ergebnis gebe ihm zu wenig Rückenwind für den Wahlgang, sagte er. Hikel steht wegen seines entschiedenen Vorgehens gegen Clankriminalität bei den Parteilinken in der Kritik. Sie werfen ihm vor, auch antimuslimische Narrative zu bedienen. Am Samstag scheiterte dann Böcker-Giannini in ihrem Kreisverband Reinickendorf daran, einen Listenplatz für die Wahl zum Abgeordnetenhaus 2026 zu bekommen. Bei einer Wahlversammlung des SPD-Kreisverbands Reinickendorf unterlag sie bei der Abstimmung um Platz drei der Bezirksliste klar einer Gegenkandidatin. Dem Bericht des Tagesspiegel s zufolge hatten führende Sozialdemokraten versucht, Böcker-Giannini von der Kandidatur abzuhalten, um Schaden vom Amt der Landesvorsitzenden abzuwenden. Hikel und Böcker-Giannini haben im Mai 2024 den Vorsitz der Berliner SPD übernommen. Sie gelten innerhalb der Partei als eher konservativ.