Zeit 12.02.2026
12:42 Uhr

Russland: WhatsApp kritisiert Blockadeversuche russischer Behörden


Laut Medienberichten soll die russische Medienaufsicht versuchen, WhatsApp in dem Land nicht nutzbar zu machen. Der US-Messengerdienst will dagegen vorgehen.

Russland: WhatsApp kritisiert Blockadeversuche russischer Behörden
Der Messengerdienst WhatsApp des US-Konzerns Meta hat Versuche russischer Behörden kritisiert, die Nutzung der App in Russland komplett zu unterbinden. Es werde versucht, mehr als 100 Millionen Nutzer von sicherer und privater Kommunikation auszuschließen, teilte WhatsApp mit . Dies werde "zu weniger Sicherheit für Menschen in Russland führen". Der Messengerdienst kündigte an, er werde "alles tun, um unsere Nutzer miteinander verbunden zu halten". Zuvor hatten russische Medien berichtet , dass die Medienaufsicht Roskomnadsor (RKN) WhatsApp sowie die Apps Instagram und Facebook, die ebenfalls Meta gehören, von seinen DNS-Servern gelöscht haben soll. Auch die Financial Times berichtete darüber. DNS-Server dienen dazu, die Namen von Domains in IP-Adressen zu übersetzen und somit den Kontakt zwischen Nutzern und der von ihm aufgerufenen Website zu ermöglichen. Russland geht bereits seit vergangenem Sommer gegen Videoanrufe via WhatsApp und weitere Apps vor . Nun sollen die Dienste den Berichten zufolge nur noch über VPN-Verbindungen nutzbar sein, welche die russische Herkunft der Nutzer verschleiern. WhatsApp kritisiert Zwang zu staatsnahem russischem Messenger Der US-Konzern wirft Russland vor, die Einwohner des Landes mit dem Vorgehen gegen seine Apps "in eine staatliche Überwachungsapp" zwingen zu wollen. Damit dürfte die App Max gemeint sein, die in Russland seitens der Regierung und staatlicher Medien als patriotische Alternative zu westlichen Messengern beworben wird. Die App wurde von einem russischen Digitalunternehmen entwickelt, das dem Staat nahesteht. Unternehmen und Privatpersonen werden von Behörden dazu gedrängt, Max zu nutzen. Kritiker gehen davon aus, dass die App dem russischen Staat neue Überwachungsmöglichkeiten gibt. Auf WhatsApp ist die Kommunikation Ende-zu-Ende-verschlüsselt, was bedeutet, dass nur Sender und Empfänger von Nachrichten diese unverschlüsselt sehen können. Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow bestätigte die Sperrmaßnahmen. "In der Tat (...) wurde eine solche Entscheidung getroffen und umgesetzt", sagte er. Eine Wiederzulassung von WhatsApp sei möglich, wenn sich Meta bereit erkläre, russisches Recht zu befolgen und "in einen Dialog" mit den russischen Behörden trete. Dann werde es "Möglichkeiten geben, sich zu einigen". Worin die Rechtsbrüche bestehen sollen, die Meta begehe, erläuterte Peskow nicht. Die Medienaufsicht RKN hatte WhatsApp bereits Ende November mit einer vollständigen Sperre gedroht . Russland geht auch gegen Telegram vor Am Mittwoch hatte RKN angekündigt, verstärkt gegen die in Russland intensiv genutzte Messenger-App Telegram vorzugehen. Grund dafür sei, dass Telegram Inhalte nicht lösche, die in Russland verboten sind. Nutzer hatten tags zuvor von Verbindungsproblemen und einer gedrosselten Geschwindigkeit der App berichtet. Ähnlich war Russland schon 2024 und im vergangenen Jahr gegen YouTube vorgegangen . Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine wurde die Meinungsfreiheit im öffentlichen und digitalen Raum in Russland stark eingeschränkt. Offiziell dient das Drosseln westlicher Messenger-Apps dazu, gegen angebliche Betrügerbanden vorzugehen, die Privatpersonen über die Apps kontaktierten.