|
09.10.2026
06:59 Uhr
|
Der deutsche Außenminister kritisiert Russlands »Raketenterror« gegen die Ukraine. Wadephul fordert auch Aufklärung zum mutmaßlichen Pest-Tod einer russischen Laborantin.

Au\u00dfenminister Johann Wadephul hat nach den j\u00fcngsten Gro\u00dfangriffen Russlands auf die Ukraine den Ton gegen\u00fcber dem russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin versch\u00e4rft. \u00bbPutins Grausamkeit kennt keine Grenzen\u00ab, sagte Wadephul der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Er drohte au\u00dferdem mit umfangreichen Sanktionen. Putin setze \u00bbseinen Raketenterror auf die Ukrainerinnen und Ukrainer, darunter viele Kinder, mit immer gr\u00f6\u00dferer H\u00e4rte fort\u00ab, sagte Wadephul. Putin werde dennoch scheitern, \u00bbam Widerstand der Ukraine \u2013 und an unserer fortgesetzten Unterst\u00fctzung f\u00fcr deren Verteidigung\u00ab. Die vergangenen Tage h\u00e4tten bewiesen, dass der russische Pr\u00e4sident voll auf Eskalation setze. Wohnh\u00e4user wie in Pryluky w\u00fcrden Nacht f\u00fcr Nacht gezielt zerst\u00f6rt, Menschen dabei im Schlaf get\u00f6tet. \u00bbDiese Zerm\u00fcrbungstaktik ist unfassbar brutal\u00ab, sagte Wadephul. Nach Angaben des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj sind in den vergangenen zwei Tagen \u206078 Menschen \u200bget\u00f6tet und \u200c215 weitere \u200cverletzt worden. Wadephul bezog auch Stellung zu dem Tod einer Mitarbeiterin eines Pest-Forschungsinstituts im sibirischen Irkutsk. Er verlangte mehr Aufkl\u00e4rung von Russland und forderte \u00bbvollst\u00e4ndige Transparenz dar\u00fcber, woran in russischen Laboren geforscht wird\u00ab. Die Welt habe Fragen, \u00bbdarauf schuldet Russland Antworten\u00ab, sagte er der Bild -Zeitung. Auch Reisebeschr\u00e4nkungen schloss Wadephul demnach nicht aus. Offenbar an Lungenpest gestorben Russischen Medien zufolge war in der vergangenen Woche eine 28 Jahre alte Laborbesch\u00e4ftigte einer Forschungseinrichtung in Irkutsk an der Lungenpest gestorben. Sie soll sich durch ein zerbrochenes Reagenzglas infiziert haben. Der Nachrichtenwebsite Menschen des Baikal zufolge wurden rund 200 Kontaktpersonen der Laborantin unter Quarant\u00e4ne gestellt. Wadephul sagte weiter, die EU habe gerade erst weitere 1,2 Milliarden Euro f\u00fcr die Luftverteidigung in der Ukraine bereitgestellt. \u00bbZugleich werden wir unsererseits den Druck auf Russlands Kriegswirtschaft und ihre Unterst\u00fctzer mit neuen Sanktionen erheblich verst\u00e4rken.\u00ab Dazu w\u00fcrden derzeit in Br\u00fcssel letzte Schritte abgestimmt, damit die bislang umfassendsten Strafma\u00dfnahmen gegen Personen und Unternehmen schon bald greifen. \u00bbAuch dies wird Russlands F\u00e4higkeit, die Ukraine anzugreifen, empfindlich treffen.\u00ab Die EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas hatte mitgeteilt, es liefen Vorbereitungen, um 1.600 weitere Personen und Unternehmen mit Verbindungen zum milit\u00e4risch-industriellen Komplex Russlands mit Strafma\u00dfnahmen zu belegen.