|
15.12.2025
11:21 Uhr
|
Nach mehreren Verurteilungen wegen angeblicher Falschinformation gegen ihre Mitglieder wird die Gruppe Pussy Riot in Russland verboten. Sie floh bereits ins Ausland.

Die russische Justiz hat das Kollektiv Pussy Riot als extremistisch eingestuft und damit in Russland verboten. Gegen die oppositionelle Musikgruppe geklagt hatte die Generalstaatsanwaltschaft, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den Anwalt der Gruppe berichtete. Das Kollektiv engagiert sich seit Jahren gegen den amtierenden Präsidenten Wladimir Putin und seine Regierung, welche hart mit ihren Gegnern umgeht. Fünf Mitglieder des Kollektivs waren erst im September in Abwesenheit in Moskau zu Haftstrafen zwischen acht und 13 Jahren verurteilt worden. Das Gericht sprach sie wegen angeblicher Diskreditierung der russischen Streitkräfte schuldig und warf ihnen vor, bewusst Verleumdungen und Falschinformationen über die russische Armee zu verbreiten. Zuvor hatte das Kollektiv seinen Videoclip Mama, Don't Watch TV herausgebracht und während eines Auftritts in München im April 2024 die Zerstörung der ostukrainischen Stadt Mariupol durch das russische Militär kritisiert. Die russische Regierung geht seit Jahren gegen Kritiker, Journalistinnen und Aktivisten vor. Seit Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes im Jahr 2015 setzte sie bereits mehr als 275 Gruppen auf eine Liste unerwünschter Organisationen oder verbot sie. Darunter sind auch Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch . Eine der Gruppenmitglieder, Marija Aljochina, musste für ihren Protest ind Straflager und floh mit Hilfe von Freunden aus Russland . Ihre Kollegin Nadya Tolokonnikova macht mittlerweile Kunst in New York, um auf die Gefahr des Putin-Regimes aufmerksam zu machen , auch sie saß wegen ihres Protests zeitweise in Russland im Gefängnis.