Zeit 18.02.2026
12:02 Uhr

Rüstungspolitik: Friedrich Merz stellt europäisches Kampfjetprojekt FCAS infrage


Seit Langem planen Deutschland, Frankreich und Spanien das gemeinsame Luftkampfsystem FCAS. Bundeskanzler Merz sieht Probleme in verschiedenen Anforderungen der Länder.

Rüstungspolitik: Friedrich Merz stellt europäisches Kampfjetprojekt FCAS infrage
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an dem von Deutschland, Frankreich und Spanien seit Langem geplanten Rüstungsprojekt FCAS geäußert. "Wir haben ein echtes Problem im Anforderungsprofil. Und wenn wir das nicht lösen können, dann können wir das Projekt nicht aufrechterhalten", sagte der CDU-Politiker dem Podcast Machtwechsel . Die Anforderungen Frankreichs ​und Deutschlands an den Kampfjet der nächsten Generation, den Kern von FCAS, seien sehr unterschiedlich, sagte Merz. ‌Das ⁠sei nie ausreichend und abschließend geklärt ​worden. "Ganz konkret, die Franzosen brauchen in der nächsten Generation der Kampfflugzeuge ein atomwaffenfähiges und ein flugzeugträgerfähiges Flugzeug. Das brauchen wir in ​der deutschen Bundeswehr gegenwärtig nicht." Nun stelle sich die Frage, ob FCAS mit zwei Flugzeugen realisiert werden könne. "Frankreich möchte nur eins bauen und möchte es praktisch auf die Spezifikation ausrichten, die Frankreich braucht. Das ist aber nicht die, die wir brauchen", sagte Merz. Bereits zuvor hatten mehrere Medien über ein Aus für das ambitionierte Rüstungsprojekt berichtet. Laut Stern informierte Merz Mitte Januar Kabinettsmitglieder nach einem Gespräch mit Macron, dass es keinen gemeinsamen Kampfjet mehr geben werde. Das Handelsblatt berichtete ebenfalls von Überlegungen, die Pläne für den Kampfjet aufzugeben. Macron nennt mögliches Aus "unverständlich" Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Zu diesem Luftkampfsystem der Zukunft sollen neben Jets auch Drohnen und neuartige Kommunikationssysteme gehören. Es soll ab den 2040er-Jahren das Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung bilden. Bei der deutschen Luftwaffe soll es langfristig den Eurofighter Tycoon und bei den französischen Luftstreitkräften das Kampfflugzeug Rafale ablösen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten das Vorhaben bei einem deutsch-französischen Ministerrat 2017 auf den Weg gebracht. Zwei Jahre später gab Spanien seine Beteiligung bekannt. Belgien hat seit 2023 eine Art Beobachterstatus. Macron steht öffentlich weiter zu FCAS, schließt aber ein Scheitern nicht aus. "Angesichts der strategischen Herausforderungen für unser Europa wäre es unverständlich, wenn industrielle Differenzen nicht überwunden werden könnten", sagte Macron. Die Entscheidung über FCAS ist bereits zweimal verschoben worden . Nun soll sie bis Ende Februar fallen.