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06.02.2026
16:06 Uhr
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Auch im vergangenen Jahr war die Ukraine Hauptempfänger deutscher Rüstungsexporte. Gegenüber 2024 brach der Umfang der Genehmigungen jedoch um 75 Prozent ein.

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung deutlich weniger Rüstungsexporte in die Ukraine genehmigt als 2024. Wie das Bundeswirtschaftsministerium unter Berufung auf vorläufige Zahlen mitteilte , wurden im vergangenen Jahr Rüstungsexporte in die Ukraine im Umfang von zwei Milliarden Euro erlaubt. Damit lag das Land zwar immer noch an der Spitze der Empfängerstaaten. Im Vergleich zu 2024 brachen die Exportgenehmigungen jedoch um 75 Prozent ein: Damals hatte die Bundesregierung Exporte im Umfang von knapp 8,2 Milliarden Euro in die Ukraine genehmigt. Waffenexporte leicht unter Höchstwert von 2024 Der Rückgang bildet dabei nicht zwangsläufig eine sinkende militärische Unterstützung der Ukraine durch Deutschland ab. So hat die Bundesregierung dem Land Mittel in dreistelliger Millionenhöhe für die Entwicklung und Produktion weitreichender Waffen zugesagt. Für das sogenannte Purl-Programm, in dessen Rahmen die Nato mit Geld europäischer Mitgliedsländer US-Rüstungsgüter für die Ukraine einkauft, gab die Bundesregierung mehr als 500 Millionen Euro frei . Insgesamt fielen die deutschen Rüstungsexporte 2025 mit einem Volumen von zwölf Milliarden Euro etwas geringer aus als im vorherigen Jahr, als der Wert bei 12,8 Milliarden Euro gelegen hatte – ein historischer Höchstwert und 3,5 Milliarden über dem vorherigen Höchstwert im Jahr 2021. Etwas weniger als die Hälfte der 2025 genehmigten Exporte bezogen sich auf Kriegswaffen, der Rest auf sogenannte sonstige Rüstungsgüter. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums rund 90 Prozent der Genehmigungen für Exporte in EU- oder Nato-Staaten oder enge Partner erteilt, zu denen auch die Ukraine gezählt wird. Auf Platz zwei hinter der Ukraine, die als Drittstaat gilt – und nicht etwa den Status eines der Nato gleichgestellten Landes wie Japan oder die Schweiz hat – lagen bei den Empfängerländern Norwegen mit knapp 1,4 und Schweden mit einer Milliarde Euro. Bundesregierung will Waffenexporte in Golfstaaten erleichtern In den kommenden Jahren will die Bundesregierung ihren Umgang mit Waffenexporten in die Golfstaaten lockern. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten bei seiner Golfreise in den vergangenen Tagen einen weniger restriktiven Kurs bei Rüstungsexporten in diese Länder zugesagt. Ein Bündnis mehrerer Organisationen mit dem Namen "Aktion Aufschrei" kritisiert dies. "Das ist ein folgenschwerer Fehler, die Waffenexporte in Länder wie Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate zu erleichtern", sagte Sprecher Jürgen Grässlin. Er verwies auf Fälle schwerer Menschenrechtsverletzungen und bewaffnete Konflikte mit Nachbarländern sowie die mögliche Weiterverbreitung von Waffen in andere Konfliktregionen. Das nach eigenen Angaben 2011 gegründete Bündnis fordert ein grundsätzliches Verbot für Waffenexporte mit strengen Kriterien für Ausnahmefälle.