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13.01.2026
09:34 Uhr
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Im vergangenen Jahr fielen die Kosten durch Naturkatastrophen niedriger aus als noch 2024. Nach Einschätzung eines Versicherers keine Entwarnung, sondern "pures Glück".

Der Rückversicherer Munich Re sieht in den steigenden globalen Temperaturen einen wesentlichen Grund für wachsende Schäden durch Naturkatastrophen . Nach Berechnungen des Dax-Konzerns beliefen sich die weltweiten Gesamtschäden durch Naturereignisse im vergangenen Jahr auf 224 Milliarden US-Dollar, was rund 192 Milliarden Euro entspricht. Die Kosten fielen damit deutlich geringer aus als 2024. Damals beliefen sich die Schäden auf rund 368 Milliarden US-Dollar. Wie der weltgrößte Rückversicherer mitteilte, waren von der Gesamtschadenssumme 147 Milliarden US-Dollar versichert. Grund zur Entwarnung sei das aber nicht. Münchener-Rück-Vorstandsmitglied Thomas Blunck sagte: "Es war 2025 pures Glück für die USA, dass Hurrikane sie verschonten." Erstmals seit zehn Jahren wurde das US-Festland nicht von einem schweren Wirbelsturm getroffen, obwohl sich im tropischen Nordatlantik gleich drei Hurrikans der höchsten Stufe 5 gebildet hatten. Stattdessen rücken sogenannte "Sekundärgefahren" wie Überschwemmungen , schwere Gewitter und Waldbrände immer stärker in den Fokus. Nach Angaben von Munich Re erreichten die durch diese Ereignisse verursachten Schäden 2025 mit 166 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand. "Diese Art von Risiken waren 2025 die maßgeblichen Schadentreiber", sagte Chef-Klimawissenschaftler Tobias Grimm. Der Klimawandel verstärke nachweislich extreme Wetterereignisse. Insgesamt habe die Welt im vergangenen Jahr Glück gehabt, dass keine noch größeren Katastrophen eintraten, sagte der Wissenschaftler. Waldbrände in Los Angeles waren die teuerste Naturkatastrophe 2025 Die Munich Re dokumentiert die weltweiten Schäden durch Naturkatastrophen seit den 1970er-Jahren. Die Daten dienen zur Einschätzung von Risiken und zur Berechnung von Versicherungsbeiträgen. Die Waldbrände in Los Angeles waren 2025 die teuerste Naturkatastrophe des Jahres und verursachten Gesamtschäden von 53 Milliarden US-Dollar, davon waren 40 Milliarden versichert. "Noch nie hat ein Waldbrand mehr gekostet", sagte Grimm. Er warnte: "Der Planet hat Fieber. Und ein wärmerer Planet begünstigt zerstörerisches Wetter." Dass ein einzelner Waldbrand solche versicherten Schäden anrichten könne, sei vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Zudem waren die Jahre 2023, 2024 und 2025 die wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Nordamerika war am stärksten betroffen Jedoch stehen nicht alle Katastrophen im Zusammenhang mit dem Klima: Das zweitgrößte Schadensereignis 2025 war das schwere Erdbeben in Myanmar mit einer Magnitude von 7,7. 4.500 Menschen kamen dabei ums Leben. Zudem richtete das Beben rund 12 Milliarden US-Dollar Schaden an. Regional betrachtet war Nordamerika – inklusive der Karibik und Mittelamerika – mit 133 Milliarden US-Dollar volkswirtschaftlichem Schaden am stärksten von Katastrophen betroffen. Asien und der Pazifik folgten mit 73 Milliarden US-Dollar. Europa kam vergleichsweise glimpflich davon: Die Munich Re bezifferte die Gesamtschäden auf 11 Milliarden US-Dollar. Die größten Ereignisse dort waren eine Kältewelle in der Türkei mit zwei Milliarden US-Dollar Schaden sowie Hagelstürme in Frankreich, Österreich und Deutschland, die Werte von 1,2 Milliarden US-Dollar zerstörten.