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03.12.2025
11:07 Uhr
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Bei wichtigen Rohstoffen ist Deutschland abhängig von China. Die Regierung will das ändern: Mit einem Fonds unterstützt sie eine australische Firma beim Lithium-Abbau.

Der Rohstofffonds der Bundesregierung hat sich an einem Projekt des australischen Unternehmens Vulcan Energy zum Abbau von Lithium im Oberrheingraben beteiligt. Das sogenannte Lionheart-Projekt ist das erste, in das der Fonds bislang investiert hat. "Mit dem ersten Projekt aus dem deutschen Rohstofffonds setzen Deutschland und Australien ein starkes Signal für eine resilientere und strategischere Rohstoffversorgung", kündigte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche an. Vulcan Energy gab eine Finanzierungsvereinbarung für sein Projekt mit einem Volumen von rund 2,2 Milliarden Euro bekannt. "Das Projekt ist vollständig finanziert", sagte Vulcan-Chef Francis Wedin der Nachrichtenagentur Reuters und kündigte für Freitag den Spatenstich an. Der Rohstofffonds wird laut Bundeswirtschaftsministerium bis zu 150 Millionen Euro investieren. Auch andere sind beteiligt: Gut die Hälfte der Summe entfällt auf Kredite von Geschäftsbanken sowie der Europäischen Förderbank EIB, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Bund und die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz unterstützen das Projekt mit insgesamt gut 350 Millionen Euro. Investoren aus der Industrie sind ebenfalls eingestiegen. Zudem habe die Exportkreditagentur der australischen Regierung (EFA) bei der Finanzierung "eine wesentliche Rolle gespielt, indem sie frühzeitig eine Bewilligung für 120 Millionen Euro für das Projekt erteilt hat", hieß es vom Bundeswirtschaftsministerium. Fonds soll Rohstoffversorgung absichern Mit dem Fonds will sich die Bundesregierung entweder direkt oder mit Garantien an neuen Rohstoff-Abbauprojekten beteiligen, um deutschen Unternehmen alternative Lieferpartner zu ermöglichen . Hintergrund ist die Abhängigkeit bei wichtigen Rohstoffen vor allem von China. "Mit dem ersten Projekt aus dem deutschen Rohstofffonds setzen Deutschland und Australien ein starkes Signal für eine resilientere und strategischere Rohstoffversorgung", sagte Reiche. Lithium steht seit 2023 auf der Liste strategisch wichtiger Rohstoffe der Europäischen Union. Bei dem Projekt werde Lithiumhydroxitmonohydrat aus geothermischer Sole hergestellt, das Material wird für die Herstellung von Batterien gebraucht. Zugleich werden bei dem Vorgang Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Vulcan Energy zufolge wird in der ersten Projektphase angestrebt, 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr zu produzieren. Dies reiche für die Herstellung von Batterien für etwa 500.000 Elektrofahrzeuge. Demnach soll das Projekt "erheblich" zur Erreichung der Klimaziele beitragen.