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17.02.2026
19:02 Uhr
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In Rheinland-Pfalz ist ein aus Russland importierter Welpe an Tollwut gestorben. Sein Impfpass war wohl gefälscht. Unbehandelt verläuft die Krankheit fast immer tödlich.

Bei einem aus Russland importierten Hund ist im Rhein-Pfalz-Kreis das Tollwut-Virus nachgewiesen worden. Das Tier hatte nach einer Operation Ende Januar Verhaltensauffälligkeiten gezeigt und war in die Quarantänestation eines Tierheims gebracht worden, wo es in der folgenden Nacht starb. Anschließende Untersuchungen bestätigten die Infektion. Der Impfpass des Welpen war laut der Bundestierärztekammer (BTK) wahrscheinlich gefälscht. Nach Angaben der Kreisverwaltung besteht der Verdacht, dass das Alter des Tieres falsch angegeben und ihm Papiere eines anderen Hundes zugeordnet wurden. Die zuständige Veterinärbehörde hat nach eigenen Angaben sämtliche Kontakte ermittelt und informiert. Eine Gefahr für andere Tiere in der Region bestehe nicht. Das infizierte Tier war laut der Kreisverwaltung zusammen mit weiteren Hunden und Katzen transportiert worden, die für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Belgien und Frankreich bestimmt waren. Prüfergebnisse zu diesen Tieren lagen zunächst nicht vor. Erster Fall von klassischer Tollwut seit 2008 Die BTK warnte mit Blick auf den Fall vor den Risiken unzureichend geprüfter Gesundheitsnachweise bei Hunden aus dem Auslandstierschutz. " Tierschutz darf nicht zur Gefährdung der öffentlichen Gesundheit führen", sagte BTK-Präsident Holger Vogel. Zunächst war nicht bekannt, ob Menschen, die Kontakt zu dem Tier hatten, vorsorglich geimpft wurden. Klassische Tollwut wird durch das Rabiesvirus verursacht, meist durch Bissverletzungen infizierter Säugetiere übertragen und verläuft unbehandelt fast immer tödlich – auch beim Menschen. Deutschland gilt seit 2008 als frei von der klassischen Tollwut; hierzulande kommen lediglich Fledermaus-Tollwut-Varianten vor. Laut dem Robert Koch-Institut sind seit 2001 sechs Tollwuterkrankungen bei Menschen in Deutschland übermittelt worden, zuletzt starb 2007 ein Mann nach dem Biss eines streunenden Hundes in Marokko. Eine Impfung unmittelbar nach einem möglichen Tollwut-Kontakt kann die Erkrankung noch verhindern, nach Beginn klinischer Symptome ist keine Heilung mehr möglich.