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08.12.2025
22:40 Uhr
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Vier ZEIT-Journalistinnen wurden für eine Datensammlung über Femizide ausgezeichnet. Auch der Podcast "Irma. Das Kind aus Srebrenica" hat in seiner Kategorie gewonnen.

Für ihr Datenprojekt "Und dann malt er ein Herz aus ihrem Blut ans Fenster" haben Elisabeth Raether, Annick Ehmann, Tamara Fleisch und Dana Hajek den Deutschen Reporter:innen-Preis 2025 erhalten. Der Text gewann in der Kategorie Datenjournalismus und Multimedia. In dem Beitrag widmen sich die vier ZEIT-Journalistinnen einer bislang bestehenden Datenlücke: Nach ihren Recherchen wurden 2024 in Deutschland 104 Frauen von Ehemännern, Partnern oder Ex-Partnern getötet . Eine offizielle Datensammlung zu dieser Art von Femiziden – inklusive Motiv, Tathergang und Tatwaffen – existiert in Deutschland bisher nicht. Die Jury lobte das Projekt, mit dem "erstmals eine belastbare Datengrundlage zu Femiziden in Deutschland" geschaffen worden sei, "die Motiv, Tathergang und Tatwaffe zu einem präzisen Gesamtbild zusammenführt". Auf dem Instagram-Account des Reporter:innen-Forums hieß es, die Jury habe die sachliche, genaue Erzählweise überzeugt, "deren bewusst gesetzte Nüchternheit schmerzt – und schmerzen soll". In der Kategorie Beste freie Reportage wurde Nik Afanasjew ausgezeichnet. Für die ZEIT reiste er nach Spitzbergen und zeigt in seinem Text " Spitzbergen ist der nördlichste Ort der Welt, an dem Menschen wohnen " , wie sich Norweger und Russen dort seit dem Krieg in der Ukraine immer weiter voneinander entfernen. Eine weitere Auszeichnung für die ZEIT ging an Phillip Daum. Mit seiner Reportage " Sie erlaubten Scheidungen und liebten gutes Brot " gewann er in der Kategorie Beste Kulturreportage. Darin zeigt er, was wir von einem vor Tausenden Jahren ausgestorbenen Volk über unsere Gegenwart lernen können. Auch im Audio-Bereich wurde die ZEIT ausgezeichnet: Der Podcast "Irma. Das Kind aus Srebrenica" von Simone Gaul und Bastian Berbner erhielt den Preis für den besten Podcast. Darin schildern die beiden Journalisten die Geschichte von Irma, die als Baby im Bosnienkrieg ihrem Vater entrissen wurde. Die Jury lobte, dass die Autoren Irmas Geschichte transparent, klar und glaubwürdig vermitteln. Den Sonderpreis erhielt in diesem Jahr die palästinensische Journalistin Ghada Alkurd . Für den Spiegel und BBC berichtete sie aus Gaza über Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und das Leid der Zivilbevölkerung.