Zeit 09.12.2025
01:49 Uhr

Rentendebatte: Politiker der Jungen Gruppe verteidigt differenzierten Rentenbeginn


CDU-Politiker Nicklas Kappe hält es für richtig, bei der Rente nach Beruf und Beginn der Einzahlungen zu unterscheiden. Auch Kanzler Merz äußert sich zu dem Vorschlag.

Rentendebatte: Politiker der Jungen Gruppe verteidigt differenzierten Rentenbeginn
Zum jüngsten Vorschlag, den Rentenbeginn an Beitragsjahre zu koppeln, hat sich mit Nicklas Kappe (CDU) auch ein Mitglied der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion zu Wort gemeldet. "Wir werden nicht darum herumkommen, zwischen verschiedenen Berufsgruppen zu differenzieren. Ich fange jetzt nicht mit dem sprichwörtlichen Dachdecker an – aber wir müssen schauen, welche Berufsgruppen aus welchen Gründen länger arbeiten können als andere", sagte Kappe der Welt . "Richtig ist, stärker auf die Jahre zu schauen, die jemand eingezahlt hat. Wer mit 18 in die Ausbildung geht und ab da im Beruf steht, sollte das angerechnet bekommen gegenüber jemandem, der erst mit 25 oder 28 einsteigt", sagte der CDU-Politiker. Zuvor hatte der Vorschlag des Ökonomen Jens Südekum für Diskussionen gesorgt, den Renteneintritt nicht mehr an das Alter, sondern an die Zahl von Beitragsjahren zu knüpfen. Wirtschaftsprofessor Südekum ist auch Berater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Vor allem für Akademikerinnen und Akademiker könnte es einen späteren Rentenbeginn bedeuten, wenn sein Vorschlag umgesetzt würde. Sowohl Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf als auch CSU-Chef Markus Söder zeigten sich offen für die Idee . Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände lehnte den Vorschlag hingegen ab . Akademiker könnten länger arbeiten Kappe sieht keine Benachteiligung von Akademikern durch den Fokus auf die Beitragsjahre. "Die meisten, die ich kenne, arbeiten spätestens ab dem Bachelorabschluss, häufig schon im Masterstudium. Dass solche Zeiten angerechnet werden, finde ich richtig." In vielen akademischen Berufen sei es zudem möglich, länger zu arbeiten. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kann einer Koppelung des Renteneintrittsalters an die Zahl der Beitragsjahre etwas abgewinnen. "Das ist durchaus erwägenswert", sagte er am Abend in der ARD-Sendung Arena . Er wolle aber den Ergebnissen einer Gesamtreform der Alterssicherung nicht vorgreifen und nicht über einzelne Punkte diskutieren. "Ich möchte, dass wir eine Reform aus einem Guss machen. Und da könnte das Thema eine Rolle spielen." Union und SPD hatten sich in einem Koalitionsausschuss darauf geeinigt, dass die angekündigte Rentenkommission für eine neue, grundlegende Reform unter anderem die Einbeziehung weiterer Gruppen in die gesetzliche Rente prüfen soll. Geprüft werden soll auch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit über 67 hinaus. Für die Union sind Beamte in der Rentenversicherung bisher ein Tabu, für die SPD ist bisher längeres Arbeiten nicht akzeptabel.