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05.12.2025
06:00 Uhr
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Im Bundestag wird heute über Reformen von Rente und Wehrdienst abgestimmt. Beide Entscheidungen treffen vor allem Jüngere. Und: Entwickelt sich Belgien zum Narco-Staat?

Am Freitag stimmt der Bundestag in zwei Bereichen ab, die besonders junge Menschen betreffen : Rentenpaket und Reform des Wehrdienstes. Beide Themen sind sehr umstritten. Vor allem junge Abgeordnete der Union lehnen das Rentenpaket wegen erwarteter Zusatzkosten von rund 120 Milliarden Euro bis 2040 ab. Beim Wehrdienst gilt die Zustimmung dagegen als sicher. Vorgesehen ist eine verpflichtende Musterung ganzer Jahrgänge junger Männer ab 2026, ein Fragebogen auch für Frauen und ein Modell, bei dem der Bundestag im Notfall eine Bedarfswehrpflicht auslösen kann. Die Bundeswehr soll so auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten wachsen. Wegen der morgigen Abstimmung haben Jugendorganisationen bundesweit zu Schulstreiks und Protesten aufgerufen. Im Podcast erklärt Michael Schlieben , Politikkorrespondent der ZEIT, welche Sorgen junge Menschen mit beiden Vorhaben verbinden und warum ihre Interessen politisch oft weniger Gewicht haben. Nirgendwo in Europa kommt so viel Kokain an wie in Belgien. Besonders in Antwerpen ist die Lage dramatisch: Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden im dortigen Hafen mehr als 16 Tonnen Kokain beschlagnahmt, wobei wohl nur ein Bruchteil der tatsächlich geschmuggelten Ware entdeckt wurde. Eine Antwerpener Untersuchungsrichterin warnte zuletzt in einem anonymen Schreiben, das Land werde zunehmend von mafiösen Strukturen unterwandert; Ermittler seien überlastet, Justizbeamte stünden unter Polizeischutz . Auch auf den Straßen zeigt sich die Gewalt : Gab es 2023 noch etwa 300 Vorfälle von Waffengewalt im Land, sind es 2025 schon jetzt mehr als 500, viele davon im Umfeld des Drogenhandels. Maßnahmen wie verstärkte Kontrollen und Überwachungsdrohnen im Hafen scheinen nicht auszureichen. Deswegen denkt die Regierung inzwischen sogar über den Einsatz von Soldaten nach. Alexander Kauschanski aus dem Auslandsteam der ZEIT hat mit Dealern, ehemals Abhängigen und Polizisten gesprochen. Bei Was jetzt? erzählt er, wieso Belgien zum Drogen-Hotspot geworden ist und was die Behörden noch dagegen tun können. Und sonst so? Musikhören gegen das Vergessen. Moderation und Produktion: Pia Rauschenberger Redaktion: Rita Lauter Mitarbeit: Kai Schnier und Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier . Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de .