|
22.01.2026
16:20 Uhr
|
Im sogenannten Reichsbürgerprozess beteuert Heinrich XIII. Prinz Reuß, kein Rädelsführer einer Gruppe gewesen zu sein. Vielmehr sei er Gastgeber und Moderator gewesen.

Im sogenannten Reichsbürgerprozess hat der Hauptangeklagte Heinrich XIII. Prinz Reuß seine angebliche Rädelsführerschaft bestritten. Bei dem Treffen einer mutmaßlichen Reichsbürgergruppe in seinem Thüringer Jagdschloss habe er sich lediglich als "Gastgeber und Moderator" gesehen, sagte der 74-Jährige vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main . Überdies seien besagte Zusammenkünfte für ihn keine "Ratstreffen" gewesen, sondern Tischrunden. Deren Gegenstand seien etwa Diskussionen gewesen und nicht die Bildung eines Rates. Aus heutiger Sicht sei es jedoch "unverzeihlich" gewesen, solche Treffen in seinem Hause zugelassen zu haben, räumte Reuß ein. Eine "Gruppe Reuß" gab es ihm zufolge "nur in der Presse". Gab es ein Kabinett Reuß? Die Bundesanwaltschaft wirft neun in Frankfurt Angeklagten vor, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein oder diese unterstützt zu haben. Ziel sei gewesen, die bestehende Staatsordnung gewaltsam zu beseitigen. Ersetzt werden sollte diese durch eine eigene, in Grundzügen ausgearbeitete Staatsform. Als Zentralgremium fungierte der Anklage nach ein "Rat", ähnlich einem Regierungskabinett. Dieser Rat habe Ressorts wie "Militär", "Inneres" oder "Justiz" unterhalten. Nach einem Umsturz sollte er demnach als Übergangsregierung die Macht in Deutschland übernehmen. Mitglieder des "Rates" hätten sich regelmäßig getroffen, um das Vorgehen zu planen. Drei parallele Prozesse Neben dem Prozess in Frankfurt laufen in München und Stuttgart zwei weitere Verfahren gegen die Gruppe. Dort müssen sich 26 mutmaßliche Verschwörer verantworten. Die sogenannte Gruppe Reuß war nach einer Razzia Ende 2022 bekannt geworden. Sie soll einen gewaltsamen Umsturz geplant und dabei bewusst Tote in Kauf genommen haben.