|
13.01.2026
14:12 Uhr
|
Tagelang waren Iraner von der Außenwelt abgeschnitten, das Internet blockiert und Telefonverbindungen gekappt. Zumindest der Mobilfunk funktioniert nun teilweise wieder.

Erstmals seit Tagen können sich Iranerinnen und Iraner mit dem Mobilfunknetz verbinden und ins Ausland telefonieren. Das berichten Kontakte der Nachrichtenagenturen dpa und AP in Teheran . Journalisten im AP-Büro in Dubai konnten ihre iranischen Informanten jedoch nicht zurückrufen, wie die Agentur berichtet. SMS konnten die Iraner offenbar ebenfalls nicht senden. Auch das Internet bleibe blockiert. Viele der Anrufer wollten demnach anonym bleiben und berichteten über das Leben in Teheran während der viereinhalb Tage, in denen sie von der Außenwelt abgeschnitten waren. Ihren Angaben zufolge sind Sicherheitskräfte im Zentrum von Teheran stark präsent. Polizisten mit Helmen, Schutzwesten, Schlagstöcken, Schilden, Schrotflinten und Tränengaswerfern seien an wichtigen Kreuzungen postiert. Die Revolutionsgarde sei ebenfalls unterwegs, trage Schusswaffen und Schlagstöcke. Regimekräfte beschlagnahmen Satellitenschüsseln In den vergangenen Tagen hatten sich die Iranerinnen und Iraner teils über Satellitenfernsehen informieren können. Einige Exilsender sind im Iran empfangbar. In Teheran hatten Sicherheitskräfte jedoch begonnen, Satellitenschüsseln von Hausdächern zu beschlagnahmen. Satellitenschüsseln sind in dem Land offiziell verboten. Menschen im Norden Teherans berichteten, Einheiten hätten auch nach Terminals für das Satellitennetzwerk Starlink gesucht, das Internetzugang bietet. Iranische Behörden hatten angesichts landesweiter Proteste gegen die Führung in Teheran die Internet- und Telefonverbindungen gekappt . Menschenrechtler fürchten, dass der Iran die Sperre nutzt, um die Proteste brutal niederzuschlagen, wie es bereits bei früheren Protestwellen der Fall war.