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22.01.2026
16:29 Uhr
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In der vergangenen Woche hatte die SPD einen Reformentwurf für die Erbschaftsteuer vorgestellt. Das ifo Institut favorisiert nun eine einheitliche Besteuerung.

In der Debatte über eine Reform der Erbschaftsteuer hat das Münchner ifo Institut ein sogenanntes Flat-Tax-Modell vorgestellt. Demnach soll für alle Vermögensarten ein Steuersatz von etwa zehn Prozent gelten. So wäre es Unternehmenserben möglich, die Steuerlast zu tragen, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest. Zudem fielen Bürokratie- und Anpassungskosten für Unternehmen weg. Das Modell sieht außerdem hohe individuelle Freibeträge und Stundungsregelungen für Betriebsvermögen vor. Andere bestehende Steuervergünstigungen und Sonderregelungen sollen dem Institut nach abgeschafft werden. Dynamische Anpassung der Freibeträge Für das Erbe von nicht liquiden Vermögensarten wie Betriebsvermögen und Immobilien sieht der ifo-Vorschlag bei Engpässen eine niedrig verzinsliche Stundung vor. Zudem sollen Freibeträge und eine Differenzierung nach Verwandtschaftsgrad weiterhin möglich sein. Das Institut fordert jedoch, Freibeträge regelmäßig anzupassen. Aktuell seien diese seit 15 Jahren nicht verändert worden – trotz gestiegener Immobilienpreise und der Vermögensinflation. Nach Fuest führen die aktuell geltenden Sonderregelungen in der Erbschaft- und Schenkungsteuer zu einer unfairen Steuerlastverteilung. Aber die Sonderregeln für Betriebsvermögen nur abzuschaffen, ohne einen niedrigeren Steuersatz einzuführen, könne "existenzbedrohend für viele mittelständische Unternehmen sein und erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten". In der vergangenen Woche hatte die SPD einen Reformentwurf für die Erbschaftsteuer vorgestellt. Demnach sollten große Vermögen stärker besteuert werden, kleine und mittlere hingegen entlastet. Das sollte mit einem Freibetrag von einer Million Euro pro Person erreicht werden. Für Firmen sind dem Entwurf nach Freibeträge in Höhe von fünf Millionen Euro vorgesehen. Union und Wirtschaft hatten den Entwurf kritisiert . Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.