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03.12.2025
14:27 Uhr
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Bis zum Ende des NSU-Prozesses 2018 hat die Hauptangeklagte Beate Zschäpe kein Geständnis abgelegt. Jetzt steht sie als Zeugin vor Gericht und spricht von Scham.

Im Prozess gegen eine mutmaßliche Unterstützerin des NSU hat die 2018 verurteilte Terroristin Beate Zschäpe angegeben, ihre Schuld einzusehen. "Ich schäme mich", sagte die 50-Jährige bei ihrer mehrstündigen Zeugenaussage vor dem Oberlandesgericht Dresden. Erst im Prozess gegen sie habe sie begonnen, ihre Schuld einzusehen, sagte Zschäpe. Zu Opfern und Angehörigen habe sie seither keinen Kontakt aufgenommen. "Ich würde das als übergriffig empfinden", sagte sie. Rund sieben Jahre, nachdem sie vom OLG München 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, sagte Zschäpe nun, dass sie die Verurteilung inzwischen in vollem Umfang angenommen habe. Sie gab allerdings an, "keine Menschen selbst getötet" zu haben. "Das fängt auch mit der Einsicht an, was man als seinen Tatbeitrag anerkennt." Im NSU-Prozess hatte Zschäpe zwar Reue gezeigt – laut ihren Anwälten fühlte sie sich "moralisch schuldig" –, ein Geständnis legte sie aber nicht ab. Als Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds – einer terroristischen Vereinigung um die drei Haupttäter Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Zschäpe selbst – war sie zwischen den Jahren 2000 und 2007 an zehn Morden beteiligt, neun davon rassistisch motiviert. Auch Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Überfälle verübte die Gruppe. Angeklagte soll den NSU unterstützt haben Die Auswirkungen ihrer Taten auf Zeugen habe sie erst durch die Aussagen bei Gericht verstanden. Ein Zeuge habe etwa nicht mehr arbeiten können. "Natürlich macht das was mit einem", sagte Zschäpe . Das Geld aus den Banküberfällen hätten sie zum Leben gebraucht. Insgesamt habe es aber eine "riesige Ignoranz" gegeben. Der derzeit laufende Prozess in Dresden richtet sich gegen Susann E., der die Bundesanwaltschaft eine Unterstützung der Terrorgruppe vorwirft. Susann E. soll etwa Zschäpe ihre Krankenkassenkarte und ihre Personalien zur Verfügung gestellt haben. Zschäpe bestätigte in ihrer Aussage, dass sie die Personalien der Angeklagten für Arztbesuche, Urlaube und eine Vernehmung bei der Polizei benutzt habe. E. habe ihr vermutlich helfen wollen, sagte Zschäpe in ihrer Zeugenaussage. Sie sei ein "hilfsbereiter Mensch". Auch soll E. von den rassistisch motivierten Morden des NSU gewusst haben. Ihr Ehemann André E. war 2018 wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.