Zeit 04.03.2026
10:52 Uhr

Rechtsextreme Ideologien: Immer mehr junge Menschen sind offen für rechtsextremen Ideen


Vor allem Bildung entscheidet, wer offen für rechtsextreme Ideen ist. Umfrageteilnehmer wurden etwa gefragt, ob ein Staat einen "Führer" braucht. Viele Jüngere bejahten.

Rechtsextreme Ideologien: Immer mehr junge Menschen sind offen für rechtsextremen Ideen
In Deutschland ist eine zunehmende Zahl an Menschen rechtsextremen Ideologien gegenüber aufgeschlossen. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Forschungsverbunds MOTRA, die vom Bundeskriminalamt koordiniert wurde. Demnach stieg der Anteil derjenigen, die offen für entsprechende Ideen sind, zwischen 2021 und 2025 von 21,8 Prozent auf 29,6 Prozent an. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem Bildung ein wichtiger Faktor ist: Manifest rechtsextreme Einstellungen finden sich deutlich häufiger bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau. Bei Befragten, die keinen oder einen Hauptschulabschluss erreicht haben, lag der Anteil derjenigen, die solche Ansichten vertreten, 2025 bei 11,1 Prozent. Unter Menschen mit Abitur waren es nur 1,4 Prozent. Um entsprechende Einstellungen zu messen, hatten die Forscherinnen und Forscher des MOTRA-Verbunds den Teilnehmern der repräsentativen Befragung zehn verschiedene Aussagen vorgelegt, zu denen sie sich positionieren sollten. Dazu zählen Aussagen wie "Ein Staat sollte einen Führer haben, der das Land zum Wohle aller mit starker Hand regiert." und "Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss." Großer Zuwachs bei Jüngeren Bei den latent rechtsextremen Einstellungen waren der Studie zufolge zuletzt vor allem in den jüngeren Altersgruppen starke Zuwächse zu beobachten. 2025 fand sich demnach bei 27,3 Prozent der unter 40-Jährigen eine Offenheit für rechtsextremes Gedankengut. Zusammen mit 5,7 Prozent manifest rechtsextrem eingestellten Menschen sei damit rund ein Drittel der jüngeren Generation mindestens offen für autoritäres, rechtsextremes Gedankengut. Für die Studie waren über den Zeitraum von fünf Jahren bundesweit insgesamt 21.900 Menschen im Alter ab 18 Jahren befragt worden. Bei der letzten Erhebung 2025 äußerten sich den Angaben zufolge knapp 86 Prozent positiv zu grundlegenden Prinzipien einer liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie. MOTRA steht für "Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung". Es ist ein Forschungsverbund, den die Bundesministerien für Forschung, Inneres und Bildung fördern. Er erforscht das Radikalisierungsgeschehen in Deutschland, seine Hintergründe und Entwicklungen.