Zeit 27.01.2026
10:55 Uhr

Rechtsanspruch auf Teilzeit: Steffen Bilger sieht in der CDU keine Mehrheit für Teilzeitänderungen


Der Teilzeitvorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels sorgt innerparteilich für deutliche Kritik. Der parlamentarische Geschäftsführer nennt die Wortwahl "verunglückt".

Rechtsanspruch auf Teilzeit: Steffen Bilger sieht in der CDU keine Mehrheit für Teilzeitänderungen
Die CDU wird den ‌Vorschlag ihres Wirtschaftsflügels zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeit nach Ansicht des parlamentarischen Geschäftsführers der Unionsbundestagsfraktion auf ihrem Bundesparteitag nicht unterstützen. "Ich bin mir sicher, dass der Antrag so weder ein positives Votum der Antragskommission bekommen wird noch ‍dass er so beim Bundesparteitag beschlossen wird", ​sagte Steffen ‌Bilger. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) hatte sich dafür ausgesprochen, den generellen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit abzuschaffen. Bilger ist stellvertretender Vorsitzender der Antragskommission für den Bundesparteitag. Er kritisierte sowohl Inhalt als auch Formulierung des Vorschlags. "Die Wortwahl ist wirklich verunglückt", sagte Bilger zu dem Antrag ⁠der MIT zu ​angeblicher "Lifestyle"-Teilzeitarbeit für den CDU-Parteitag. Wie zuvor schon andere CDU-Vertreter sprach sich auch Bilger dafür aus, auf Anreize für Mehrarbeit zu setzen. Man müsse die Rahmenbedingungen so ⁠verbessern, dass mehr Personen den Weg von Teilzeit in Vollzeit fänden, sagte Bilger. "Da geht es um flexiblere Arbeitszeitmodelle, da geht es auch um mehr Netto vom Brutto, gegen niedrigere Abgaben, Steuern – aber auch um verbesserte Betreuungssituationen." Weitere Kritik aus der CDU Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann äußerte sich kritisch. "Der ​Antrag und seine verunglückte Wortwahl gehen am Kern der Debatte vorbei", sagte er der Rheinischen Post . Auch ‍er sprach sich für bessere Rahmenbedingungen für Vollzeitarbeit aus. Zudem forderte er, mehr zu arbeiten, müsse sich eher lohnen, als Sozialleistungen zu beziehen. Schon mit Bekanntwerden des Vorschlags hatte es Kritik daran gegeben – sowohl aus der Opposition als auch aus der Union selbst . Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sah keinen Änderungsbedarf an den gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen , genauso wie Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Politikerinnen und Politiker aus SPD, Grünen und Linken kritisierten den Vorschlag als Missachtung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und fernab der Arbeitsrealität vieler Menschen . Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe warnte vor einer Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit. Das Arbeiten in Teilzeit schütze gerade in der Pflege viele schlicht vor Überlastung. Der Sozialverband VdK kritisierte den Vorstoß als keinen sinnvollen Beitrag zu einer guten Beschäftigungspolitik.