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15.02.2026
09:05 Uhr
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Mehr als 1.500 Fälle von rechter Gewalt hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert. Die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen.

Die Polizei hat in Deutschland 2025 erneut mehr rechtsmotivierte Gewalttaten festgestellt als im Jahr zuvor. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, wurden nach vorläufigen Zahlen im Gesamtjahr bundesweit mindestens 1.521 Fälle von politisch motivierter Gewalt aus dem rechten Spektrum aktenkundig. Die Linksfraktion hat für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres zudem Details zu den verübten Gewalttaten erfragt. Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass der Polizei im Oktober und im Dezember jeweils ein rechtsmotiviertes versuchtes Tötungsdelikt bekannt wurde. Dunkelziffer vermutlich höher Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, darauf hin, dass sich die Zahl der Taten aufgrund von Nachmeldungen noch verändern kann. Das liegt nicht nur daran, dass die Meldungen erst aus den Ländern an das BKA übermittelt werden müssen, sondern hat auch damit zu tun, dass sich die politische Motivation teilweise erst nachträglich herausstellt . In der entsprechenden Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) für 2024 sind 1.488 rechtsmotivierte Gewalttaten aufgeführt. Im Vorjahr waren der Polizei 1.270 Gewalttaten mit rechtem Hintergrund bekannt geworden. "Und die Bundesregierung schaut weg" Ferat Kocak, Innenpolitiker der Linksfraktion, warf der Bundesregierung vor, sie verharmlose den Rechtsextremismus. " Rechte Gewalt eskaliert weiter und die Bundesregierung schaut weg", sagte der Bundestagsabgeordnete. Um der zunehmenden Gewalt entgegenzuwirken, seien unter anderem eine dauerhafte Finanzierung von Opferberatungsstellen und anderen Projekten gegen Rechtsextremismus notwendig. Typische politisch motivierte Straftaten sind Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, Volksverhetzung oder Beleidigung. Zu den Gewaltdelikten zählen etwa Tötungsdelikte, Körperverletzung, Landfriedensbruch, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Freiheitsberaubung und Widerstandsdelikte.