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27.02.2026
09:11 Uhr
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Deutsche Arbeitnehmer haben im vergangenen Jahr mehr Geld zur Verfügung gehabt. Die Reallöhne stiegen laut Statistischem Bundesamt um 1,9 Prozent.

Die Kaufkraft der deutschen Beschäftigten ist im vergangenen Jahr trotz der schwachen Konjunktur erneut gestiegen. Arbeitnehmer in Deutschland haben 2025 höhere Reallöhne erhalten. Das heißt, dass sie nach Abzug der Teuerung mehr Kaufkraft hatten. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Reallöhne um durchschnittlich 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2024 waren sie auch wegen der steuerfreien Inflationsausgleichsprämie noch um 2,9 Prozent gestiegen. Damit sei "fast wieder das Reallohnniveau des Jahres 2019" erreicht worden – dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie. 2022 hatte es wegen der hohen Inflation infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine einen Einbruch von 4,1 Prozent gegeben. "Die gute Lohnentwicklung 2025 und auch 2024 ist sehr erfreulich", sagte Ökonom Malte Lübker vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. "Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir davor einen beispiellosen Einbruch bei den Reallöhnen erlebt haben." Die Verluste durch die zwischenzeitlich hohe Inflation seien noch nicht vollständig ausgeglichen. Zuwächse bei niedrigen Lohngruppen Die Nominallöhne stiegen vor allem in Dienstleistungsbereichen kräftig, während es in der Industrie und im Bergbau nur vergleichsweise geringe Zuwächse gab. Die höchsten prozentualen Zuwächse hatten die unteren Lohngruppen. "Insbesondere Geringverdienende verzeichneten 2025 – wie bereits 2023 und 2024 – erneut ein starkes Nominallohnwachstum", so die Statistiker. Dem vergleichsweise hohen Reallohnzuwachs stehe kein nennenswerter Anstieg der Arbeitsproduktivität gegenüber, sagte der Arbeitsmarkt-Experte Dominik Groll vom Kiel Institut für Weltwirtschaft. Allerdings habe noch ein gewisses Aufholpotenzial der Reallöhne infolge des zwischenzeitlichen Inflationsschubs bestanden. Im laufenden Jahr 2026 werde der Lohnanstieg voraussichtlich nicht mehr so hoch ausfallen wie im vergangenen Jahr.