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01.03.2026
15:08 Uhr
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In der EU gilt der Tod von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei als Chance für einen Richtungswechsel im Iran. Aus Russland und China hingegen kommt deutliche Kritik.

Der Tod von Ajatollah Ali Chamenei , dem geistlichen Oberhaupt des Iran, sorgt für geteilte Reaktionen. Während EU-Politikerinnen und -Politiker eine Chance für die Zukunft des Landes sehen, kommt aus Russland und China heftige Kritik. Der oberste Führer der Islamischen Republik war bei einem Raketenangriff der USA und Israels getötet worden. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete Chameneis Tod als einen "entscheidenden Moment" in der Geschichte des Iran. Die Zukunft sei zwar ungewiss, doch nun sei der Weg frei für einen anderen Iran, den die Menschen mit größerer Freiheit gestalten könnten, schreibt Kallas. Sie stehe mit Partnern in Kontakt, um Schritte zur Deeskalation zu finden. Die EU-Außenminister wollen an diesem Sonntag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen. Dabei soll "über den Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten" beraten werden. Kritik aus Russland und China Der russische Präsident Wladimir Putin kritisierte die Tötung von Chamenei als "zynischen Verstoß gegen alle Normen der menschlichen Moral und des Völkerrechts". In einem offiziellen Schreiben bekundete er dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian sein Beileid. Chamenei werde in Russland als "herausragender Staatsmann" in Erinnerung bleiben. Russland hatte bereits am Vortag die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran verurteilt. Russland und der Iran arbeiten vor allem wegen der westlichen Sanktionen, die beide Länder belasten, eng zusammen. Der Iran unterstützt Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Auch aus China gab es deutliche Kritik. Das Vorgehen verletze die Souveränität des Iran in schwerwiegender Weise und missachte die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, teilte das Außenministerium in Peking mit. China lehne ein solches Vorgehen entschieden ab und rufe dazu auf, alle militärischen Handlungen unverzüglich einzustellen, um eine weitere Eskalation der Spannungen zu vermeiden. CDU-Außenpolitiker sieht Chance für den Iran Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt sieht im Tod Chameneis die Chance für eine demokratische Zukunft. "Das neue Führungstrio im Iran steht vor der wichtigsten Entscheidung: Im Kampf gegen die USA untergehen oder einen demokratischen Übergang im Land ermöglichen", sagte er der Rheinischen Post . "Die Tage des Regimes jedenfalls sind gezählt." Auch aus der CSU kommt Zustimmung zum Militärschlag gegen den Iran . "Der Tod von Ali Chamenei und weiteren Köpfen des Teheraner Terrorregimes ist eine gute Nachricht für die Sicherheit Deutschlands und Europas", sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann dem Münchner Merkur . Hoffmann forderte die anderen Parteien auf, sich hinter dieser Position zu sammeln.