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04.12.2025
17:41 Uhr
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2,2 Millionen Menschen haben eine Petition mit dem Namen "Bundesweites Böllerverbot, jetzt!" unterzeichnet. Initiatorin ist die Gewerkschaft der Polizei Berlin.

Mehr als 2,2 Millionen Menschen fordern in einer Petition ein landesweites Böllerverbot für Privatpersonen. Die laut der Plattform Innit von 2,26 Millionen Menschen unterzeichnete Petition mit dem Namen "Bundesweites Böllerverbot, jetzt!" ist von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) initiiert worden. Die GdP übergab Ulrich Mäurer (SPD), dem Vorsitzenden der derzeit tagenden Innenministerkonferenz (IMK), einen Stick mit den gespeicherten Unterschriften. "Das ist die größte Petition, die es gibt in Deutschland", sagte der Landesvorsitzende der Berliner GdP, Stephan Weh, nach der Übergabe an Mäurer. "Wir brauchen ein sicheres Silvester für die Einsatzkräfte." An einem bundesweiten Böllerverbot "führt kein Weg mehr vorbei", heißt es im Petitionstext. Mit Verweis auf Angriffe von Feiernden auf Einsatzkräfte mit Böllern während vergangener Jahreswechsel schreibt die GdP: "Was wir vergangenes Silvester erlebten, übersteigt jeden Rahmen. Diese massive Gewalt gegen unsere Kolleginnen und Kollegen muss aufhören." Einigung auf bundesweites Verbot unwahrscheinlich Bremens Innensenator Mäurer, der die IMK ausrichtet, setzt sich seit Längerem für ein Verbot ein, ebenso Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Zu den Themen des von gestern bis morgen angesetzten Treffens der Innenministerinnen und -minister gehört auch der Umgang mit privatem Silvesterfeuerwerk. Weil IMK-Beschlüsse nur einstimmig gefasst werden können, gilt eine Einigung auf ein Verbot allerdings als unwahrscheinlich. Mäurer und Spranger kündigten an, als Alternative zu einem bundesweiten Verbot sollten zumindest die Länder und Kommunen die Möglichkeit bekommen, Verbote auszusprechen. Böllerei schade der Umwelt, Tieren und Menschen. "Und was da Polizeibeamte und Feuerwehrmänner erleben, das ist ein Albtraum", sagte Mäuerer. "Ich hoffe, dass von dieser Innenministerkonferenz endlich mal ein Impuls ausgeht." Böllerverbot in Niederlanden als Vorbild Die GdP ist nicht der einzige Verband, der ein Böllerverbot fordert. Ein Bündnis aus mehr als 50 Organisationen, darunter die Ärzteschaft, Tierschutzorganisationen und das Deutsche Kinderhilfswerk, ruft in diesem Jahr dazu auf. Zum Jahreswechsel 2024/25 waren in Deutschland durch Böller fünf Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Untersuchungen zufolge wird ein Großteil der Verletzungen durch legale Böller verursacht, während einige vor allem schwere Verletzungen auf illegale Feuerwerkskörper zurückgehen. Die Befürworter eines Verbots argumentieren unter anderem mit strengeren Regelungen in zahlreichen Ländern, darunter Nachbarländer wie Frankreich, Österreich und Schweiz. In den Niederlanden dürfen Privatpersonen ab dem Jahreswechsel 2026/27 keine Feuerwerkskörper mehr zünden .