Zeit 01.12.2025
10:42 Uhr

Prozesse: Nach Angriff in Psychiatrie vier Männer vor Gericht


Prozesse: Nach Angriff in Psychiatrie vier Männer vor Gericht
Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat vor dem Landgericht Regensburg der Prozess gegen vier Männer begonnen, die im August 2024 aus dem Bezirkskrankenhaus (BKH) Straubing geflohen sind. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Geiselnahme, gefährliche Körperverletzung sowie Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Der Anklage nach hatten sie einen Mitarbeiter attackiert, um die Öffnung der Klinikpforte zu erzwingen. Drei der Angeklagten räumten die Vorwürfe zu Prozessbeginn über ihre Verteidiger ein, einer tat dies zumindest in Teilen. Die verurteilten Straftäter im Alter zwischen 29 und 32 Jahren befanden sich in der psychiatrischen Einrichtung im Maßregelvollzug. Bei drei der Männer sollte den Angaben nach die Therapie abgebrochen werden und die Verlegung in eine Justizvollzugsanstalt folgen. Um dieser zu entgehen, sollen die Männer den Entschluss gefasst haben, zu fliehen. Vorwurf: Opfer mit dem Tode bedroht Den Ermittlungen zufolge beschlossen sie, einen Klinikmitarbeiter zu überwältigen, um mit diesem als Druckmittel durch die Sicherheitsschleuse entkommen zu können. Den Mitarbeiter sollen sie geschlagen, getreten, mit einer Scherbe verletzt und mit dem Tode bedroht haben. Der Mann erlitt den Angaben nach diverse Verletzungen und befindet sich seit dem Vorfall in psychiatrischer Behandlung. Einer der Angeklagten ließ über seinen Anwalt ausrichten, die Tat tue ihm leid und er wolle sich entschuldigen und einen Täter-Opfer-Ausgleich leisten. Ein anderer sagte, das Geschehen sei "ein furchtbarer Fehler" gewesen und er bereue es zutiefst. Nach den Männern war nach ihrer Flucht europaweit gefahndet worden. Binnen knapp drei Wochen nach der Flucht wurden zwei von ihnen in Österreich und die beiden anderen in der Türkei gefasst. © dpa-infocom, dpa:251201-930-364089/1