Zeit 04.02.2026
17:45 Uhr

Prozess gegen Mette-Marits Sohn: Marius Borg Høiby gesteht "viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol"


Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin hat vor Gericht eingeräumt, ein Leben im Exzess zu führen. Im Prozess um Vergewaltigungsvorwürfe droht ihm eine lange Haftstrafe.

Prozess gegen Mette-Marits Sohn: Marius Borg Høiby gesteht
Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, hat im Prozess gegen ihn eingestanden, ein Leben im Exzess zu führen. Als Grund gab er in seiner Aussage vor Gericht sein "extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung"an. Die Vergewaltigungsvorwürfe wies der 29-Jährige unter Tränen zurück. "Ich bin hauptsächlich als der Sohn meiner Mutter bekannt, sonst für nichts", sagte der Angeklagte vor Gericht. "Deshalb hatte ich ein extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben lang. Und das hat sich in viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol niedergeschlagen." Er werde seit seinem dritten Lebensjahr von den Medien belästigt, sagte Høiby. Damals war die Beziehung seiner Mutter zu Kronprinz Haakon bekannt geworden; die beiden heirateten 2001. Weiter berichtete Høiby von einer Nacht im Dezember 2018, um die es am zweiten Prozesstag ging. In der Residenz des Kronprinzenpaares soll Høiby eine Frau sexuell belästigt haben, während sie schlief. Videoaufnahmen, die der Angeklagte selbst gemacht haben soll, sollen die mutmaßliche Tat zeigen. "Ich erinnere mich nicht, dass ich sie gemacht habe", sagte Høiby. Er erinnere sich daran, einvernehmlichen Sex mit der Frau gehabt zu haben – und an einige Trinkspiele mit Freunden. An den geschilderten Vorfall erinnere er sich nicht. Vorwürfe der Vergewaltigung Høiby wird vorgeworfen, vier Frauen vergewaltigt und mehrere seiner Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben . Neben Vergewaltigung und Missbrauch werden ihm mehrfach häusliche Gewalt, Sachbeschädigung, Bedrohung sowie Drogen- und Verkehrsdelikte vorgeworfen. Insgesamt umfasst die Anklage 38 Punkte, Høiby drohen bis zu 16 Jahre Haft . Zum Prozessauftakt hatte der 29-Jährige die Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen und auch in anderen schwerwiegenden Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. In den ersten Prozesstagen schilderten unter anderem die mutmaßlichen Opfer ihre Erfahrungen . So sagte eine junge Frau zu einem Video aus, auf dem zu sehen sein soll, wie der Angeklagte sie im Geschlechtsbereich berührt. "Aufgrund dessen, wie sie in diesem Video wirkt – und ihrer Aussage – geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls schlief", sagte Staatsanwalt Sturla Henriksbø zum Auftakt des Prozesses. Auch andere der Sexualstraftaten soll Høiby ohne Zustimmung der Opfer begangen haben. Er soll sie währenddessen gefilmt haben. Königshaus unter Druck Høiby war am Wochenende festgenommen worden . Nach Angaben der Polizei ging es bei der Festnahme um den Verdacht der Körperverletzung, die Drohung mit einem Messer und den Verstoß gegen ein Besuchsverbot. Er muss demnach wegen Wiederholungsgefahr vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen. Der Prozess gegen Høiby ist bis zum 19. März angesetzt. Høiby ist das älteste der drei Kinder von Mette-Marit und der Stiefsohn von Kronprinz Haakon. Das Königshaus steht derzeit in einem weiteren Fall unter Druck: Høibys Mutter Mette-Marit soll zeitweise engen E-Mail-Kontakt mit dem 2019 in US-Haft gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus den USA gehabt haben.