Zeit 21.01.2026
19:58 Uhr

Proteste im Iran: Iranisches Staatsfernsehen meldet mehr als 3.000 Tote nach Protesten


Erstmals sind im iranischen Staatsfernsehen Zahlen zu den Getöteten bei den jüngsten Protesten genannt worden. Die Angaben liegen deutlich unter denen der Aktivisten.

Proteste im Iran: Iranisches Staatsfernsehen meldet mehr als 3.000 Tote nach Protesten
Das iranische Staatsfernsehen hat erste offizielle Zahlen zu den Getöteten bei den jüngsten Protesten bekannt gegeben. 3.117 Menschen seien tot, berichtete das Staatsfernsehen und berief sich dabei auf die Stiftung für Märtyrer und Angelegenheiten der Veteranen. Dabei handelt es sich um eine staatliche Behörde. Die Behörde wirft den "Feinden des Irans " in der Mitteilung vor, für die Tode verantwortlich zu sein und bezeichnet diese als "terroristische Vorfälle". Viele der Getöteten seien zudem "zufällige Passanten" gewesen, um die Opferzahlen zu erhöhen. Die Führung des Iran hatte die Proteste zuletzt als Komplott der USA und Israels dargestellt. Die veröffentlichte Zahl lag deutlich unter den 4.560 Toten, die Aktivisten der in den USA ansässigen Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA) ebenfalls am Mittwoch gemeldet hatten. Ihren Aufzeichnungen zufolge handelt es sich bei nahezu allen der Getöteten um Demonstrierende. Andere Schätzungen gehen sogar von 5.000 bis 20.000 Toten aus. Wochenlange Proteste im Iran Die Proteste im Iran begannen im Dezember nach einem starken Wertverlust der iranischen Währung Rial. Anfangs fanden sie vor allem in der Hauptstadt Teheran statt und breiteten sich anschließend landesweit aus. Staatliche Einsatzkräfte gingen mit Gewalt gegen Demonstrierende vor. Im Zuge der Proteste wurde im Land der Zugang zum Internet unterbrochen, wodurch es schwierig ist, gesicherte Informationen zu erhalten. Am Sonntag waren im Iran ausländische Websites wie Google kurzzeitig aufrufbar gewesen. Zum Wochenbeginn war es jedoch erneut unmöglich, Links aus Suchergebnissen zu öffnen.