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27.01.2026
13:44 Uhr
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Für einen US-Dollar wurden im Iran zuletzt etwa 1,5 Millionen Rial verlangt. Der Verfall der Währung hatte Ende Dezember landesweite Proteste ausgelöst.

Die iranische Landeswährung Rial ist auf einen weiteren Tiefstand gefallen. An Wechselstuben wurden zuletzt etwa 1,5 Millionen Rial für einen US-Dollar verlangt. Der Verfall der Währung hatte Ende Dezember landesweite Proteste gegen die schlechte Wirtschaftslage ausgelöst, die von der islamistischen Führung brutal niedergeschlagen wurden. Die Demonstrationen hatten am 28. Dezember begonnen und sich rasch ausgebreitet. Sie richteten sich zunehmend gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik. Als Reaktion kappten die iranischen Behörden landesweit die Internetverbindungen . Tausende Tote bei Protesten Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste wurden nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten Tausende Demonstrierende getötet. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) teilte mit, sie habe den Tod von 6.126 Menschen verifiziert. Darunter seien 5.777 Demonstrierende, 214 Angehörige der Sicherheitskräfte, 86 Minderjährige und 49 Unbeteiligte. Die Organisation prüft nach eigenen Angaben weitere 17.000 mögliche Todesfälle. Mindestens 41.880 Menschen seien während der Proteste zudem festgenommen worden. Die iranische Regierung hat bisher 3.117 Tote bestätigt. Die Behörden behaupten, unter den Opfern seien überwiegend Angehörige der Sicherheitskräfte und unbeteiligte Passanten, die von "Randalierern" getötet worden seien. Belege dafür legten sie nicht vor. Sorge um Zugang zu medizinischer Versorgung Die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights spricht von 3.428 Demonstrierenden, die nachweislich von iranischen Sicherheitskräften getötet worden seien. Die Dunkelziffer könne bei bis zu 25.000 Toten liegen. Am Wochenende hatte der persischsprachige Auslandssender Iran International unter Berufung auf Berichte, Dokumente und Zeugen gemeldet, dass zwischen dem 8. und 9. Januar mehr als 36.500 Iranerinnen und Iraner von Sicherheitskräften getötet worden seien. Den iranischen Behörden wird unter anderem vorgeworfen, Krankenhäuser zu durchsuchen, um verletzte Demonstrierende zu finden und zu verhaften. HRANA äußerte zunehmende Sorge um den Zugang zu medizinischer Versorgung.