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01.12.2025
12:54 Uhr
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Durch Schläge, Tritte und Böllerwürfe sollen Anti-AfD-Demonstranten in Gießen Polizisten verletzt haben. Hessens Innenminister weist Kritik an der Polizei zurück.

Bei Protesten gegen die Neugründung der Jugendorganisation der AfD am Wochenende in Gießen sind nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) mehr als 50 Polizisten verletzt worden. Bei der Auflösung rechtswidriger Blockaden seien Polizisten geschlagen, getreten und mit Böllern beworfen worden. Zu schweren Verletzungen sei es nicht gekommen, sagte Poseck. Wie viele Demonstrierende genau verletzt wurden, ist unklar. Ein Sprecher des Landkreises Gießen sagte der ZEIT am Sonntag, dass in Krankenhäusern und extra eingerichteten Behandlungszentren 36 verletzte Protestierende behandelt worden seien . In der Regel habe es sich um leichte Verletzungen wie Prellungen und Schürfwunden gehandelt. Poseck sieht verhältnismäßiges Handeln der Polizei Kritik, dass die Polizei unverhältnismäßig gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen sei, wies Innenminister Poseck zurück. "Nach meiner Wahrnehmung hat die Polizei sehr verhältnismäßig gehandelt", sagte er. Poseck versicherte jedoch, dass der Einsatz gründlich aufgearbeitet werde. Das Aktionsbündnis Widersetzen hatte sich in seiner Bilanz "schockiert von der Polizeigewalt" gezeigt. Auf einer Pressekonferenz berichteten Sprecherinnen und Sprecher des Bündnisses von "willkürlicher und brutaler Gewalt" der Polizei, darunter Faustschläge ins Gesicht, Schlagstockeinsätze und der Einsatz von Pfefferspray . Mehrere Videos im Internet belegen das. Poseck sagte, dass nur das Großaufgebot der Polizei "schwerste Rechtsbrüche" habe verhindern können. Insofern sei der Einsatz vom Wochenende als Erfolg zu werten. Tätliche Angriffe auf Einsatzkräfte seien ebenso unerträglich wie Attacken auf AfD-Vertreter. Es habe drei Festnahmen gegeben, eine im Zusammenhang mit einem Angriff auf einen AfD-Bundestagsabgeordneten. In 200 Fällen habe die Polizei Maßnahmen zur Identitätsfeststellung von Demonstranten ergriffen. Nach Polizeiangaben demonstrierten etwa 25.000 Menschen gegen die AfD. Organisatoren sprechen von etwa 50.000. Der Gründungskongress der Generation Deutschland, auf dem mit Jean-Pascal Hohm ein Rechtsaußen-Vertreter der AfD zum Vorsitzenden gewählt wurde, hatte wegen der Protestaktionen und Blockaden erst mit gut zweistündiger Verspätung begonnen.