|
07.01.2026
15:25 Uhr
|
Massud Peseschkian dringt auf Zurückhaltung im Umgang mit friedlichen Demonstranten bei Protesten im Iran. Er wies die Sicherheitskräfte an, gegen Bewaffnete vorzugehen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Sicherheitskräfte bei Protesten im Iran zur Zurückhaltung ermahnt. Peseschkian habe angeordnet, dass Sicherheitskräfte nicht gegen friedliche Demonstranten vorgehen sollten – anders sei dies bei gewalttätigen Aufrührern, teilte Vizepräsident Mohammed Dschafar Ghaempanah in einem von der Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichten Video mit. Die Demonstranten müssen demnach von Randalierern unterschieden werden, die "Schusswaffen, Messer und Macheten tragen und Polizeistationen und Militäranlagen angreifen", hieß es. Der iranische Armeechef Amir Hatami sprach indes gegen Israel und die USA eine Warnung aus wegen einer angeblichen Bedrohung durch die beiden Staaten. "Die Islamische Republik Iran betrachtet die Eskalation der feindseligen Rhetorik gegen die iranische Nation als Bedrohung und wird deren Fortsetzung nicht ohne Reaktion dulden", zitierte die iranische Nachrichtenagentur Fars Hatami. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mitgeteilt, der Iran werde "sehr hart getroffen" werden, wenn weitere Demonstranten getötet würden. Mehrere Demonstranten bei Protesten getötet Ende Dezember war es im Iran zu Protesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage gekommen. Nachdem zunächst vorrangig Händler und Ladenbesitzer auf die Straße gegangen waren, gehören nun auch Studierende zu den Demonstranten. Inzwischen richten sich die Proteste auch gegen die politische Führung des Landes. Zuletzt war es vor allem auf dem Land zu heftigen Ausschreitungen und Zusammenstößen gekommen. Mindestens 34 Demonstrierende seien seit Ausbruch der Proteste bei Konfrontationen mit der Staatsmacht ums Leben gekommen, teilte das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk Hrana mit. Demnach wurden auch zwei Sicherheitskräfte getötet. Die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights sprach von mindestens 27 durch Sicherheitskräfte getöteten Demonstranten , darunter auch fünf Minderjährige. Mehr als 1.000 Menschen seien festgenommen worden. Iranische Medien berichteten unter Berufung auf offizielle Angaben von 13 Toten, darunter auch Mitglieder der Sicherheitskräfte. Zuletzt sei am Dienstag ein Polizist erschossen worden. Landesweit demonstrierten Menschen in mindestens 45 vor allem kleinen und mittelgroßen Städten, größtenteils im Westen und Süden des Landes, wie die Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf offizielle Meldungen in iranischen Medien berichtete.