Zeit 05.03.2026
10:26 Uhr

Protest gegen Wehrdienst: Jugendliche sehen sich bei Wehrdienst übergangen


Junge Menschen sehen sich bei dem Entschluss zum Wehrdienst übergangen, sagt die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz. Heute sind Schülerproteste geplant.

Protest gegen Wehrdienst: Jugendliche sehen sich bei Wehrdienst übergangen
Bei dem neuen Wehrdienst fühlen sich laut der Bundesschülerkonferenz viele Jugendliche übergangen. Das sagte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz , Amy Kirchhoff, im ZDF- Morgenmagazin. Sie äußerte sich vor Beginn der bundesweiten Demonstrationen unter dem Motto "Schulstreik gegen Wehrpflicht". Die Entscheidung sei "von oben" von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen. Grundsätzlich fühlten sich viele "nicht gehört" bei mehreren Themen, die ihre Zukunft beträfen. Das gelte auch für Entscheidungen wie etwa bei der Rente, kritisierte Kirchhoff. Es brauche eine "strukturelle Verankerung von Jugendbeteiligung". Schon Anfang Dezember vergangenen Jahres hatten Schülerinnen und Schüler in vielen Städten demonstriert. Heute soll es während des gesamten Tages Demonstrationen in Städten im gesamten Bundesgebiet geben. Auslöser für die neuerlichen Proteste ist das Gesetz für den neuen Wehrdienst, das seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben werden. Männer müssen diesen verpflichtend ausfüllen. Frauen können ihn beantworten, müssen aber nicht. Bleibt der Wehrdienst tatsächlich freiwillig? Ziel des Fragebogens ist es laut Verteidigungsministerium, ein umfassendes Lage- und Datenbild über die Bereitschaft der jungen Generation zum Wehrdienst zu erhalten und die Wehrerfassung und -überwachung wieder aufzubauen. "Für die Musterung werden perspektivisch 24 Musterungszentren und acht große Karrierecenter mit Assessment zur Verfügung stehen", teilte das Ministerium mit. Sollte es der Bundeswehr mithilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor. "Dieser Wehrdienst ist freiwillig, und er bleibt es", hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) während der Debatte über das neue Wehrdienstgesetz allerdings gesagt.