Zeit 16.12.2025
09:43 Uhr

Pressestimmen zu Ukraine-Gesprächen: Es bleibt die Frage, warum Putin einlenken sollte


Die Verhandlungsergebnisse von Berlin kommentieren internationale Medien eher zurückhaltend. Vor allem Russlands mögliche Reaktion wird kritisch beleuchtet.

Pressestimmen zu Ukraine-Gesprächen: Es bleibt die Frage, warum Putin einlenken sollte
Nach den Ukraine-Gesprächen in Berlin blicken internationale Zeitungen größtenteils vorsichtig auf die erzielten Ergebnisse. Der Tages-Anzeiger aus der Schweiz schreibt, "zumindest einem Waffenstillstand könnte die Ukraine näher gekommen sein". Wegen möglicher Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine "soll man im Kanzleramt geradezu euphorisch gewesen sein". Das Hauptproblem bleibe aber, was Russland zu all dem sage. Bisherige Waffenstillstandsangebote hätte Wladimir Putin ausgeschlagen. "Warum sollte er einlenken", fragt die Zeitung und schlägt deshalb vor, den Druck auf Moskau "massiv zu erhöhen" beispielsweise mit dem Einfrieren russischer Vermögen in der EU. Der Zeitpunkt dafür sei günstig. Die niederländische Zeitung De Telegraaf beleuchtet ebenfalls Russlands Haltung und stellt klar, dass Putin den gesamten Donbass beanspruche. Das sei eine Voraussetzung, um über einen möglichen Plan zu sprechen. Die Zeitung fragt zudem, ob die vorgeschlagene multinationale Truppe zum Schutz der Ukraine auch "in einer möglichen Pufferzone in der Donbass-Region" operieren könne. Zudem bezweifelt De Telegraaf, dass die EU sich wirklich darauf einigt, russische Vermögen einzufrieren und führt Italiens Unterstützung für Belgiens Veto-Haltung an. La Repubblica aus Italien wertet die positive Haltung von US-Präsident Donald Trump zu den Gesprächen als Fortschritt. "Der transatlantische Austausch hat wieder einen Punkt erzielt", notiert die Zeitung. Es sei ein Papier verhandelt worden, "das viele ukrainische und europäische Forderungen erfüllt", auch wenn die Frage der Territorien weiterhin der große Knackpunkt bleibe. Wolodymyr Selenskyj habe solide Sicherheitsgarantien bekommen, was La Repubblica mit Blick auf die Minsker Abkommen als Fortschritt wertet. Der damalige Vermittler Deutschland habe aus seinen Fehlern gelernt, heißt es dazu. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.