Zeit 02.02.2026
08:03 Uhr

Präsidentschaftswahl in Costa Rica: Konservative Kandidatin liegt nach Wahl in Costa Rica vorn


Bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica zeichnet sich ein Sieg der konservativen Laura Fernández ab. Ihr Konkurrent Álvaro Ramos gestand bereits seine Niederlage ein.

Präsidentschaftswahl in Costa Rica: Konservative Kandidatin liegt nach Wahl in Costa Rica vorn
Bei der Präsidentschaftswahl in Costa Rica liegt die konservative Kandidatin Laura Fernández von der Regierungspartei Souveränes Volk (PPSO) zufolge in Führung. Dem obersten Wahlgericht kam Fernández nach der Auszählung der Stimmen aus 88,4 Prozent der Wahllokale am Sonntagabend auf 48,5 Prozent der Stimmen. Ihr größter Konkurrent, der sozialdemokratische Ökonom Álvaro Ramos von der Nationalen Befreiungspartei (PLN), lag demnach bei 33,3 Prozent. Ramos bekannte sich am Sonntagabend bereits zu seiner Niederlage und versprach, eine "konstruktive Opposition" zu führen. "In einer Demokratie sind Meinungsverschiedenheiten erlaubt, Kritik ist erlaubt", sagte er. Daraufhin sprach auch Fernández zu ihren Unterstützern. "Das Mandat, das mir das souveräne Volk gibt, ist klar: Der Wandel wird tiefgreifend und unumkehrbar sein", sagte sie. Wahlkampf drehte sich vor allem um Gewalt und Korruption Im Wahlkampf hatte Fernández versprochen, den rechtspopulistischen Kurs der derzeitigen Regierung fortzusetzen. Zentrale Themen waren Gewalt und Korruption. Fernández kündigte ein rigoroses Vorgehen gegen die Drogenkriminalität im Land an. Um die zunehmende Gewalt in Costa Rica und das organisierte Verbrechen zu bekämpfen, schlug sie vor, in besonders kriminalitätsbelasteten Gebieten den Ausnahmezustand zu verhängen, was mit Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten einhergehen würde. Sie äußerte zudem wiederholt Bewunderung für El Salvadors Präsidenten Nayib Bukele, der für seinen harten Kurs gegen Kriminalität und Banden bekannt ist. Fernández kündigte zudem an, den Bau einer Hochsicherheitsstrafanstalt nach dem Vorbild des salvadorianischen Megagefängnisses CECOT abzuschließen. Nayib Bukele, der El Salvador seit bald vier Jahren unter einem Ausnahmezustand regiert, war der erste Präsident, der Fernández noch am Wahlabend zu ihrem Abschneiden gratulierte. Fernández galt als Wunschkandidatin des amtierenden Präsidenten 20 Kandidaten hatten sich in dem mittelamerikanischen Land um die Nachfolge des amtierenden Mitte-rechts-Präsidenten Rodrigo Chaves beworben. Dieser durfte gemäß der Verfassung Costa Ricas nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Fernández war zuletzt Chaves' Kabinettschefin und galt als dessen Wunschkandidatin. Während des Wahlkampfs warfen die Gegner Fernández vor, eine Marionette von Chaves zu sein, und stellten ihre Unabhängigkeit infrage. Hochrechnungen zufolge dürfte ihre ‌Partei künftig 30 der 57 ​Sitze im Parlament stellen und damit über eine Mehrheit verfügen. Bisher ⁠waren es acht. Bei der Wahl, zu der 3,7 Millionen Menschen aufgerufen waren und die ohne größere Zwischenfälle verlief, zeichnete sich eine historisch hohe Beteiligung von rund 70 Prozent ab. Das amtliche Endergebnis der Auszählungen wird für Dienstag erwartet. Da Fernández die 40-Prozent-Hürde bereits übersprungen hat, wird es voraussichtlich keine Stichwahl geben. Sie wäre die zweite Frau an der Spitze Costa Ricas.