Zeit 05.03.2026
17:40 Uhr

Post-Konzern DHL: Deutsche Post macht erstmals mehr Umsatz mit Paketen als mit Briefen


Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die Post mit der Paketzustellung mehr verdient als mit Briefen. An ein baldiges Ende des Briefs glaubt der DHL-Chef aber nicht.

Post-Konzern DHL: Deutsche Post macht erstmals mehr Umsatz mit Paketen als mit Briefen
Die Deutsche Post hat mit der Paketzustellung erstmals mehr Umsatz gemacht als mit dem Austragen von Briefen. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen mit Briefen einen Umsatz von rund 7,1 Milliarden Euro und damit 3,8 Prozent weniger als 2024. Im Paketgeschäft waren es 8,2 Milliarden Euro, ein Plus von 11,2 Prozent, wie das Unternehmen in Bonn mitteilte. Die Briefträger und Paketboten des Unternehmens trugen in Deutschland 10,6 Milliarden Briefe und zwei Milliarden Pakete aus. Dabei nahm die Anzahl an Briefen ab, die Zahl der zugestellten Pakete stieg. Bis der letzte Brief in Deutschland zugestellt wird, wird es nach Einschätzung des Post-Managements aber noch sehr lange dauern. Deutschland sei im Vergleich zu anderen EU-Staaten weniger digitalisiert, sagt DHL-Chef Tobias Meyer. Zeitungen, Briefwahlunterlagen und Dokumente des Gerichtswesens seien noch sehr von einer Briefzustellung abhängig. "Ich glaube, dass der Staat in Deutschland noch sehr lange auf die physikalische Zustellung angewiesen sein wird." Umsätze der Deutschen Post Der Umsatz durch die Beförderung von Briefen und Paketen in Deutschland stieg um drei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu nahm der Umsatz im Frachtbereich ab. "Es gibt vor allem in der Geopolitik sehr viele Variablen und Unsicherheiten – das haben wir in den ersten zwei Monaten des Jahres schon deutlich gesehen", sagte Konzernchef Meyer. Auch die Folgen des Irankriegs treffen das Bonner Unternehmen. In Dubai betreibt es unter anderem ein Logistikdrehkreuz, ein Innovationszentrum und ein großes Lagerhaus. Der Flugverkehr ist dort aktuell eingeschränkt. Einen Teil der Waren habe man daher über Land woanders hingebracht, etwa nach Riad in Saudi-Arabien, um sie dort in Flugzeuge zu verladen. Finanzvorständin Melanie Kreis sagte, dass man im Umgang mit Krisen Erfahrung habe. "Wir sind als DHL daran gewöhnt, unsere Lieferketten ständig anzupassen."