Zeit 10.12.2025
16:32 Uhr

Porsche: Porsche-Betriebsrat sieht deutsche Standorte in Gefahr


Die deutsche Autoindustrie steckt in der Krise. Auch bei Porsche wird über Einsparungen verhandelt. Der Betriebsrat warnt: Tausende Jobs in Deutschland sind bedroht.

Porsche: Porsche-Betriebsrat sieht deutsche Standorte in Gefahr
Nach Angaben von Gesamtbetriebsratschef Ibrahim Aslan könnten tausende Jobs bei Porsche wegfallen. Demnach droht der Sportwagenhersteller derzeit mit der Verlagerung von Entwicklung und Produktion ins Ausland. Hintergrund sind interne Gespräche über weitere Einsparungen . Aslan wirft dem Vorstand vor, bislang kein Zukunftskonzept für die deutschen Standorte vorgelegt zu haben. Sollte es tatsächlich zu Verlagerungen kommen, sieht der Betriebsratschef jeden vierten Arbeitsplatz bei Porsche in Gefahr. Betroffen wären vor allem das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen, das Entwicklungszentrum im Weissach sowie mehrere kleinere Standorte. Dort sind derzeit rund 23.000 Beschäftigte tätig. Rechnerisch könnten also bis zu über 5.500 Jobs längerfristig zur Disposition stehen. Eine konkrete Zahl wollte Aslan auf Nachfrage allerdings nicht nennen. In internen Versammlungen hat der Porsche-Gesamtbetriebsrat die Beschäftigten in dieser Woche über den Stand der laufenden Gespräche zum sogenannten Zukunftspaket informiert. Bereits am Dienstag fand eine Informationsveranstaltung im Stammwerk Zuffenhausen statt, an diesem Nachmittag folgte eine weitere im Entwicklungszentrum in Weissach. Betriebsrat fordert Beschäftigungssicherung bis 2035 Betriebsratschef Aslan forderte in den Verhandlungen eine Beschäftigungssicherung bis mindestens 2035. Derzeit gilt die Arbeitsplatzgarantie bis Mitte 2030. Danach wären theoretisch betriebsbedingte Kündigungen möglich. Im Raum steht laut Aslan unter anderem die Auslagerung ganzer Betriebsteile oder Modellreihen – ein Punkt, der Teil der laufenden Sparverhandlungen sein soll . Die Zukunft der Beschäftigten sei wichtiger als reine Gewinnmaximierung, betonte der Betriebsratschef. Dafür brauche es aber Investitionen in die deutschen Werke. In der Belegschaft sei die Stimmung angespannt. Viele Beschäftigte seien verunsichert. Besondere Sorge bereite, dass auch die Logistik künftig ausgegliedert werden könnte. Das aktuelle Sparprogramm wurde noch unter dem scheidenden Porsche-Chef Oliver Blume angestoßen . Die Arbeitnehmervertretung begrüßte, dass Blume auf den Betriebsversammlungen eine Fortsetzung der Gespräche "auf Augenhöhe" zugesagt habe und das Ziel verfolge, gemeinsam Lösungen zu finden. Man hoffe, so der Betriebsrat, dass Blumes Bekenntnis zu den deutschen Standorten auch bei den Verhandlungsführern im Unternehmen ernst genommen werde. Ein Zeitplan für die weiteren Verhandlungen wurde nicht genannt.