Zeit 04.03.2026
08:41 Uhr

Pharma- und Agrarchemiekonzern: Milliardenschwerer Glyphosat-Vergleich belastet Bayer weiter


Mehr als drei Milliarden Euro Verlust verzeichnet Bayer für 2025. Mit Blick auf das laufende Jahr sieht Vorstandschef Bill Anderson "starke Anzeichen für Fortschritt".

Pharma- und Agrarchemiekonzern: Milliardenschwerer Glyphosat-Vergleich belastet Bayer weiter
Wegen der milliardenschweren Belastungen aus den Rechtsstreitigkeiten um Glyphosat hat der Pharmakonzern Bayer im vergangenen Jahr starke Verluste verzeichnet. Unter dem Strich stand 2025 ein Minus von ​3,62 Milliarden Euro nach einem ⁠Verlust von 2,55 Milliarden im Vorjahr, ​wie das Unternehmen in Leverkusen mitteilte. Grund dafür ‌waren ⁠vor allem Sonderaufwendungen für ​Rechtsfälle von gut sechs Milliarden Euro. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis sank um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt 9,61 Milliarden erwartet. Der Konzernumsatz fiel um gut zwei Prozent auf 45,58 Milliarden Euro, währungsbereinigt ein Plus von 1,1 Prozent. Mitte Februar hatte Bayer mitgeteilt, die jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen um den Unkrautvernichter der Tochter Monsanto mit einem großangelegten Vergleich zu beenden . Nach Angaben des Bayer-Konzerns sollen die Zahlungen für den Sammelvergleich bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar (6,13 Milliarden Euro) betragen und über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren ausgezahlt werden. Zahlreiche Klagen seit Monsanto-Übernahme Für das laufende Jahr rechnet Bayer währungsbereinigt ⁠mit einem Umsatz von ​45 bis 47 Milliarden Euro und einem ‌operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen von ‌9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Der Barmittelzufluss dürfte jedoch wegen Auszahlungen für die Rechtsstreitigkeiten mit rund fünf Milliarden Euro stark belastet ​werden und mit minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro negativ ausfallen. Die Aktionäre sollen für 2025 erneut nur die ‌gesetzliche Mindestdividende von elf Cent je Aktie ​erhalten. "Es gibt starke Anzeichen für Fortschritt, wir arbeiten ⁠aber noch ​an unserem umfassenden Turnaround", sagte ‌Vorstandschef Bill Anderson. Der Chemiekonzern hatte das umstrittene US-Unternehmen Monsanto 2018 für 66 Milliarden US-Dollar (56 Milliarden Euro) übernommen. Hintergrund des Streits sind mutmaßliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup, eines Monsanto-Produkts, welches das umstrittene Wirkmittel Glyphosat enthält. Seit der Übernahme des US-Unternehmens ist Bayer für die Beilegung des Rechtsstreits verantwortlich. Monsanto hat seitdem bereits zehn Milliarden US-Dollar für Vergleiche an Zehntausende Kläger gezahlt.