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01.02.2026
09:22 Uhr
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Einer Studie zufolge sind mehr als zwei Drittel der Böden in Europa durch Pflanzenschutzmittel belastet. Neben der Landwirtschaft sind auch Wälder und Wiesen betroffen.

In Europa sind mehr als zwei Drittel der Böden einer Studie zufolge mit Pflanzenschutzmitteln verunreinigt. Das schädige auch nützliche Bodenorganismen, schreibt ein internationales Forschungsteam in der Fachzeitschrift Nature . Die Mittel seien nicht nur für Vögel oder Bienen und andere Insekten eine Belastung, sondern auch für Böden, teilten die Forschenden mit. Die Wissenschaftler um den Bodenökologen Marcel van der Heijden von der Universität Zürich – darunter Mitarbeiter der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission im italienischen Ispra – untersuchten insgesamt 373 Bodenproben in 26 europäischen Ländern auf Rückstände von zahlreichen Pflanzenschutzmitteln. Zudem analysierten sie Auswirkungen auf Bakterien, Pilze und wirbellose Bodenbewohner, die organisches Material zersetzen und damit Nährstoffkreisläufe antreiben. Auch Rückstände in Wäldern und Wiesen Rückstände etwa von Mitteln gegen Pilze, von Glyphosat gegen Unkraut und von Insektiziden wurden nicht nur auf landwirtschaftlichen Flächen gefunden, sondern auch in Wäldern und Wiesen. Der Wind habe vermutlich Sprühnebel von Feldern verteilt, berichteten die Forschenden. Zu den häufigsten Funden zählte ein Abbauprodukt des umstrittenen Herbizids Glyphosat. "Das Problem verschiedener Pflanzenschutzmittel besteht darin, dass sie nicht nur Schädlinge bekämpfen, die unsere Nutzpflanzen beeinträchtigen, sondern auch nützliche Bodenorganismen", teilte die Universität Zürich zur Studie mit. Wichtige Pilze beeinflusst Pflanzenschutzmittel beeinflussen der Untersuchung zufolge unter anderem wichtige Pilze, die sich mit den Wurzeln von Nutzpflanzen verbinden und ihnen helfen, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Zudem profitierten einige Bakterien wahrscheinlich davon, dass andere Organismen reduziert werden. Christoph Scherber, Professor für Biodiversitätsmonitoring an der Universität Bonn, der nicht an der Studie beteiligt war, sagte: "Die Illusion, dass ein Mittel nur gegen einen Zielorganismus wirkt, ist damit klar widerlegt. Vielmehr scheinen wir derzeit Landwirtschaft 'im Blindflug' zu betreiben – nach dem Motto 'erst sprühen, dann verstehen'." "Eine unbegrenzte Zulassung gefährdet die Sicherheit von Umwelt und Mensch" Die Untersuchung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Kommission plant, dass Pflanzenschutzmittel künftig ohne regelmäßige Neuzulassungen auf den Feldern verteilt werden können. Das sei der falsche Schritt zum falschen Zeitpunkt, sagt Scherber. "Stattdessen sollte die Agrarpolitik endlich anerkennen, dass Vielfalt statt Einfalt der Weg in eine nachhaltige Zukunft ist." "Hier wird aufgezeigt, dass die aktuelle Bewirtschaftung für kommende Generationen nicht nachhaltig ist", sagte Carsten Brühl, Leiter der Abteilung Gemeinschaftsökologie und Ökotoxikologie an der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau, der ebenfalls nicht an der Studie beteiligt war. "Eine unbegrenzte Zulassung von Pestiziden ohne regelmäßige Überprüfung gefährdet die Sicherheit von Umwelt und Mensch ."