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28.01.2026
12:44 Uhr
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Wegen Vorgaben zur Parteifinanzierung konnte die AfD weniger Geld in Anspruch nehmen, als ihr nach Wählerstimmen zustünde. Laut Experten könnte sich das bald ändern.

Die AfD konnte seit ihrer Gründung über 45 Millionen Euro an Steuergeldern nicht abrufen. Das geht aus einer Untersuchung der Organisation LobbyControl hervor. Da die AfD nicht genug Geld aus eigener Kraft erwirtschafte, etwa aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, habe sie die volle staatliche Parteienfinanzierung nicht abrufen können, die sie angesichts ihrer Wahlergebnisse hätte erreichen können. Dem liegt die Regelung zur sogenannten relativen Obergrenze zugrunde. Demnach haben Parteien im Bundestag Anspruch auf Staatszahlungen in unterschiedlicher Höhe, abhängig von der Zahl ihrer Wählerstimmen. Dabei ist gesetzlich festgelegt, dass die staatliche Parteienfinanzierung nicht höher sein darf als der Betrag, den eine Partei aus eigener Kraft erwirtschaftet. Die AfD sei die einzige Partei im Bundestag, die die relative Obergrenze regelmäßig nicht erreiche, da sie starke Wahlergebnisse, aber vergleichbar geringe Einnahmen an Spenden und Mitgliedsbeiträgen habe, teilte LobbyControl-Experte Aurel Eschmann mit. Großspenden an Parteien nehmen zu "Unsere aktuelle Auswertung der Großspenden 2025 zeigt allerdings, dass sich das bald ändern könnte", sagte Eschmann weiter. Nach Angaben von LobbyControl verzeichnete die AfD 2025 das größte Wachstum bei Großspenden. 2025 erhielt die Partei demnach fünf Millionen Euro, größtenteils von nur drei Spendern. Eschmann wertete das als Zeichen, dass zunehmend Vermögende und Unternehmen offen die AfD unterstützten. Die CDU liege zwar insgesamt noch knapp vorne , doch die AfD habe massiv aufgeholt. Im Wahljahr 2025 seien die Großspenden bei allen Parteien deutlich angestiegen. Eschmann sieht in der Entwicklung eine "besorgniserregende Eskalation der Mengen und Höhen". Der direkte Vergleich zu 2021 werde durch die vorgezogene Bundestagswahl sowie Neuregelungen bei den Parteispenden verzerrt, "doch es spricht vieles dafür, dass sich die Großspenden in etwa verdoppelt haben", sagte der LobbyControl-Experte. LobbyControl kritisiert die Zunahme. Großspenden seien undemokratisch, "sie verschaffen Vermögenden und Unternehmen zusätzlichen Einfluss und verzerren den politischen Wettbewerb in ihrem Sinne".