Zeit 15.01.2026
07:55 Uhr

Parlaments- und Präsidentschaftswahlen: Wahlen in Uganda beginnen inmitten von Internetsperre


Yoweri Museveni ist in Uganda seit 40 Jahren an der Macht – und wird es wohl bleiben. Die Opposition hat kaum Chancen, ruft aber trotzdem zur Wahlbeteiligung auf.

Parlaments- und Präsidentschaftswahlen: Wahlen in Uganda beginnen inmitten von Internetsperre
In einem Klima der Repression finden in Uganda Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Am frühen Morgen öffneten die Wahllokale. Vor einigen Wahllokalen kam es jedoch zu langen Warteschlangen, weil sich die Öffnung verzögerte und Wahlmaterialien erst nach der geplanten Zeit um 7 Uhr geliefert wurden. Gleichzeitig gilt weiterhin die mehrtägige Internetsperre, die als undemokratischer Schritt von Präsident Yoweri Museveni kritisiert wird. Ein Wahlsieg des seit 40 Jahren regierenden Langzeitherrschers Museveni gilt als äußerst wahrscheinlich. Neben ihm treten sieben weitere Kandidaten an, denen jedoch kaum Chancen eingeräumt werden. Denn Museveni sichert sich seine Macht durch die Unterdrückung von Kritik und Opposition. Diese wiederum hat die rund 21 Millionen Wahlberechtigten aufgefordert, trotz Einschüchterungen ihre Stimme heute abzugeben. Einer der vielversprechendsten Kandidaten, die gegen Museveni antreten, ist der unter seinem Künstlernamen Bobi Wine bekannte Oppositionelle Robert Kyagulanyi . Seine Wahlkampfveranstaltungen wurden jedoch immer wieder von Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst. Ein weiterer bekannter Kritiker, der Museveni herausfordern wollte, Kizza Besigye, befindet sich seit Ende 2023 in Militärhaft. Bevölkerung seit zwei Tagen keinen Zugang mehr zum Internet Außerdem haben die Behörden seit Dienstag eine landesweite Internetsperre verhängt und dies mit dem Kampf gegen "Falschinformationen" und "Aufrufe zur Gewalt" rechtfertigt. Die ugandische Bevölkerung hat seitdem keinen Zugang mehr zum Internet und zu verschiedenen sozialen Medien. Bereits während der Wahl im Jahr 2021 war das Internet im Land gesperrt, die Abstimmung wurde damals von Vorwürfen der Manipulation und staatlicher Gewalt überschattet . Zuletzt mussten zudem mehrere Nichtregierungsorganisationen ihre Arbeit wegen angeblicher Verstöße gegen nationale Interessen einschränken. Auch Medienschaffende, Anwältinnen und Anwälte sowie Aktivistinnen und Aktivisten wurden in der Vergangenheit inhaftiert oder drangsaliert.