Zeit 18.02.2026
16:44 Uhr

Paralympics: Ukraine entsetzt über russische Teilnahme bei den Paralympics


Russische Sportler dürfen bei den Paralympics unter eigener Flagge teilnehmen. Die Ukraine reagiert empört und ruft andere Länder zum Boykott offizieller Zeremonien auf.

Paralympics: Ukraine entsetzt über russische Teilnahme bei den Paralympics
Das ukrainische Team wird wegen der Zulassung russischer Sportler unter eigener Flagge bei den Paralympics in Italien nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Sportminister Matwij Bidnyj rief auch andere Länder dazu auf, sich dem Boykott offizieller Zeremonien anzuschließen. Es sei eine "unerhörte Entscheidung" der Organisatoren, Athletinnen und Athleten aus Russland wieder mit nationalen Symbolen an den Winterspielen der Behindertensportler teilnehmen zu lassen, schrieb Bidnyj auf der Plattform X. Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine dürfen bei den Olympischen Winterspielen Einzelsportler aus Russland nur unter neutraler Flagge dabei sein. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte aber im vergangenen September überraschend entschieden, die Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und seinen Verbündeten Belarus aufzuheben . Kurz vor dem Beginn der Paralympics am 6. März bestätigte das IPC nun, dass sechs Startplätze an russische Athleten vergeben worden seien. Belarus darf vier Teilnehmer entsenden. Die endgültige Entscheidung für eine Zulassung zu den Wettbewerben liege bei den italienischen Organisatoren und Behörden, teilte das IPC mit. Die russischen Sportler erhalten Wildcards Das Nationale Paralympische Komitee Russlands (RPC) erhielt bei der Vergabe sogenannter Bipartite-Plätze Wildcards in den Bereichen Alpin, Langlauf und Snowboard für die Spiele. Bei den Wettbewerben werden unter anderem der dreifache Paralympicssieger Alexei Bugajew, die zweifache Weltmeisterin Warwara Woronchichina oder der mehrfache Weltmeister Iwan Golubkow antreten. Sowohl die Visa als auch die Kleidung in Nationalfarben seien bereits offiziell genehmigt, sagte der RPC-Vorsitzende Pawel Roschkow. Er erwarte eine "würdige" Vertretung des Landes. Die Zahl der Startplätze sei allerdings "katastrophal wenig", sagte Langlauftrainerin Irina Gromowa. Der ukrainische Sportminister Matwij Bidnyj schrieb dagegen auf X: "Die Entscheidung der Organisatoren der Paralympics, Mördern und ihren Komplizen die Teilnahme an den Paralympischen Spielen unter nationaler Flagge zu gestatten, ist sowohl enttäuschend als auch empörend." Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wies unterdessen ukrainische Botschafter an, auch andere Länder von einem Fernbleiben von der Eröffnungsfeier zu überzeugen: "Sport muss für Fairness, Würde und Respekt stehen. Er darf nicht zur Bühne für Regime werden, die genau diese Werte mit Füßen treten." Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) will trotz des Boykottaufrufs an der Eröffnungsfeier teilnehmen . "Stand jetzt kann ich sagen, dass wir auf uns schauen und uns auf den Sport fokussieren", sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Der DBS hatte die Russlandentscheidung des IPC wiederholt scharf kritisiert.