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10.12.2025
11:28 Uhr
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Im bolivianischen Hochland haben Forscher Tausende fossile Abdrücke untersucht. Sie hoffen auf Erkenntnisse über das Verhalten von Dinosauriern in der Kreidezeit.

In Bolivien haben Paläontologen im Nationalpark Torotoro fast 18.000 einzelne fossile Fußabdrücke von Dinosauriern aus der Kreidezeit untersucht – und wollen daraus Rückschlüsse auf das Verhalten der Tiere ziehen. An keinem anderen Ort der Welt gebe es so viele Fußabdrücke von Theropoden, sagte Roberto Biaggi von der Loma Linda University in Kalifornien. Als Theropoden werden Dinosaurier bezeichnet, die auf zwei Beinen gelaufen sind. Allein von ihnen gebe es in Torotoro 16.600 Fußspuren, berichten die Forscher in der Online-Fachzeitschrift Plos One . Die Forscher gehen davon aus, dass der Ort Schauplatz einer Wanderung von Dinosauriern zwischen dem Süden Perus und dem Nordwesten Argentiniens war: Trotz der außergewöhnlichen Häufung von Fußabdrücken – 2,6 Abdrücken pro Quadratmeter – seien dort bislang so gut wie keine Knochen von Dinosauriern gefunden worden. Zudem befanden sich alle Abdrücke in derselben Sedimentschicht, die Dinosaurier haben sich dort mutmaßlich nicht lange aufgehalten. Spuren deuten auf Schwimmversuche von Dinosauriern hin Der Fund bringt nach Angaben der Wissenschaftler neue Erkenntnisse mit sich. So lasse die Bandbreite der Fußabdrücke darauf schließen, dass sich bis zu zehn Meter große Dinosaurier in gemeinsamen Herden mit kleinen Theropoden von der Größe eines heutigen Huhns fortbewegten. Die größten Fußabdrücke waren demnach bis zu 30 Zentimeter lang. Zum Vergleich: Fußabdrücke des Tyrannosaurus Rex, der ebenfalls zu den Theropoden gehörte, erreichten eine Länge von bis zu 40 Zentimetern. Die Abdrücke entstanden laut den Forschern am Ende der Kreidezeit zwischen 145 und 66 Millionen Jahren. 1.378 in ehemaligen Seebodensedimenten gefundene Abdrücke würden zudem darauf deuten, dass die Dinosaurier in dem Gebiet versucht hätten, zu schwimmen. Eine gefundene Spur, die von den Klauen eines Dinosauriers stammt, der sie bei einem Schwimmversuch hinter sich her zog, ist demnach 130 Meter lang und die weltweit längste dieser Art. Dinosaurier waren vermutlich auf der Suche nach Lebensraum Die vielen gefundenen Abdrücke erlauben es den Forschern demnach, zu erkennen, wo sich die Tiere schnell und wo langsam fortbewegt, wo sie angehalten oder kehrt gemacht haben. Neben der höchsten Zahl an Fußabdrücken an derselben Fundstelle sei es auch die weltweit höchste Zahl von Abdrücken in damals unter Wasser stehendem Gebiet. Ungeklärt ist hingegen noch, warum sich so viele Dinosaurier durch das Gebiet bewegt hätten. "Es könnte sein, dass sie alle regelmäßige Besucher eines einstigen Süßwassersees waren", sagte Anthony Romilio von der University of Queensland in Australien. Laut dem Forscher Biaggi wäre es auch möglich, dass die Tiere auf der Suche nach neuem Lebensraum waren. Er geht davon aus, dass an den Rändern der bereits erforschten Gebiete in Zukunft weitere Fußabdrücke gefunden würden.