Zeit 07.02.2026
15:49 Uhr

Pakistan: Terrororganisation IS reklamiert Anschlag in Islamabad für sich


Einen Tag nach dem Anschlag verbreitet der sogenannte Islamische Staat ein Foto, das den Attentäter zeigen soll. Zehntausende Menschen trauern um die mindestens 36 Toten.

Pakistan: Terrororganisation IS reklamiert Anschlag in Islamabad für sich
Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat den tödlichen Anschlag auf ein schiitisches Gemeindehaus in Pakistan für sich reklamiert. Über den Messenger Telegram verbreitete der IS auch ein Foto, das den Selbstmordattentäter zeigen soll. Die Angaben konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden. Bei dem Anschlag beim Freitagsgebet in einem Vorort der pakistanischen Hauptstadt Islamabad wurden mindestens 36 Menschen getötet. Nach Behördenangaben wurden rund 170 Menschen verletzt. Der Selbstmordattentäter habe vor dem Gebäudekomplex zunächst das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet, sagte ein Polizeisprecher unter Berufung auf Augenzeugen. In dem Gemeindehaus habe der Attentäter dann einen Sprengstoffgürtel gezündet. Sieben Verdächtige seien im Zusammenhang mit dem Attentat bei Razzien in der nordwestlichen Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa festgenommen worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Unter ihnen sollen auch Familienangehörige des mutmaßlichen Täters sein. Mindestens ein militanter Extremist und zwei Sicherheitskräfte seien bei den Einsätzen getötet worden. Zehntausende Menschen trauern um die Opfer Am Samstag beteiligten sich Zehntausende Menschen an Trauerfeiern. An verschiedenen Orten in Islamabad strömten Menschenmassen zu den Begräbnisgebeten. Einige Läden blieben nach Protestaufrufen am Samstag geschlossen und Straßen menschenleer. In den vergangenen Jahren kam es in Pakistan wieder vermehrt zu Gewalt und Anschlägen. Die Terrormiliz IS verübte dabei regelmäßig brutale Anschläge gegen Schiiten, die sie als Abtrünnige des Islams betrachtet. Schiitische Muslime machen etwa 20 Prozent der fast 250 Millionen Einwohner aus.