Zeit 22.01.2026
21:08 Uhr

Oxfam-Bericht: Wie gefährlich ist Ungleichheit?


Laut einem Oxfam-Bericht wächst das Vermögen von Milliardären rasant. Auch in Deutschland. Was bedeutet Ungleichheit für unsere Gesellschaft – und für die Demokratie?

Oxfam-Bericht:  Wie gefährlich ist Ungleichheit?
Die extreme Ungleichheit zwischen Arm und Reich wächst rasant und sie bedroht laut einer neuen Oxfam‑Studie zunehmend die Demokratie. Anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos hat die Hilfsorganisation Zahlen vorgelegt, die das Ausmaß deutlich machen. Weltweit besitzen rund 3.000 Milliardäre zusammen 15,75 Billionen Euro, während fast die Hälfte der Menschheit in Armut lebt. Auch Deutschland gehört mit über 170 Milliardärinnen und Milliardären zu den Ländern mit den meisten Superreichen weltweit. Doch Ungleichheit in Deutschland zeigt sich nicht nur beim Vermögen, sondern auch bei Einkommen und Chancen. Während die Gehälter von DAX‑Vorständen seit 2019 etwa 30‑mal so stark gestiegen sind wie die Reallöhne der Beschäftigten, lebt rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland in Armut; rechnet man hohe Mieten und Wohnkosten ein, sind es laut Paritätischem Wohlfahrtsverband sogar über 18 Millionen Menschen. Gleichzeitig sinkt die soziale Durchlässigkeit: Wer arm ist, bleibt meist arm, wer reich ist, bleibt reich. Studien des ifo Instituts zeigen, dass sozialer Aufstieg heute deutlich seltener gelingt als früher, in Deutschland mittlerweile sogar seltener als in den USA. Diese Ungleichheit hat politische Folgen und birgt Gefahren für die Demokratie . Menschen, die sich ökonomisch abgehängt fühlen, verlieren laut einer Studie der Hans‑Böckler‑Stiftung häufiger Vertrauen in Politik und Staat und wählen überdurchschnittlich oft populistische oder rechte Parteien. Gleichzeitig nutzen Superreiche ihre Macht aktiv politisch: Milliardäre wie Elon Musk beeinflussen Wahlkämpfe, lenken Debatten über eigene Plattformen und nehmen offen Einfluss auf Regierungen. Auch in Deutschland prägen große Unternehmerfamilien politische Entscheidungen über Spenden, Lobbyarbeit und Medienmacht. Oxfam warnt: Wenn Vermögen sich in wenigen Händen konzentriert und politische Entscheidungen zunehmend den Interessen der Reichsten folgen, gerät die Demokratie selbst unter Druck. Wie gefährlich ist die wachsende Ungleichheit für Deutschlands Gesellschaft – und für ihre politischen Institutionen? Und kann man Ungleichheit überwinden? Hannah Grünewald spricht darüber in "Was jetzt – Die Woche" mit der Politologin und Ungleichheitsforscherin Dr. Martyna Linartas . Redaktionsleitung & Moderation: Hannah Grünewald Postproduktion: Simon Schmalhorst, Matthias Giordano Redaktion & Produktion: Lucie Liu, Matthias Giordano, Fish&Clips Studentische Unterstützung: Leonie Georg Redaktionelle Mitarbeit: Luca Kleeberg Ressortleitung Video: Max Boenke Technisches Konzept: Sven Wolters Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann, Ulf Stättmayer, Nicolás Grone Musik: Konrad Peschmann, soundskin