Zeit 05.02.2026
12:36 Uhr

Onlinehändler Shein: Frankreich kündigt Widerstand gegen Onlineplattform Shein an


Frankreichs Handelsminister Serge Papin will den Onlinehändler Shein stärker regulieren. Der Konzern müsse die gleichen Verbraucherregeln einhalten wie Läden vor Ort.

Onlinehändler Shein: Frankreich kündigt Widerstand gegen Onlineplattform Shein an
Frankreichs Handelsminister Serge Papin will in diesem Jahr verstärkt gegen Onlinehändler wie Shein vorgehen. Er rief das Jahr 2026 zu einem "Jahr des Widerstands"aus. Die Plattformen stellten einen unlauteren Wettbewerb für französische Ladenketten dar, sagte Papin dem Fernsehsender TF1. Es sei unfair, ​dass physische Geschäfte für die von ‌ihnen verkauften Waren verantwortlich seien, Onlineplattformen jedoch nicht. "Wir müssen uns schützen", sagte Papin. "Sie ​müssen die Verbraucherregeln respektieren, die auch für französische Einzelhändler gelten." Hintergrund ist ein Gerichtsverfahren in Paris. Dort ⁠wird die Berufung der Regierung gegen ein Urteil vom Dezember verhandelt. Ein Gericht hatte damals d en Antrag auf eine dreimonatige Sperrung von Shein abgelehnt , nachdem auf der Plattform des Unternehmens kinderähnliche Sexpuppen zum Verkauf angeboten worden waren . EU versucht sich durch Abgaben auf Kleinpakete zu schützen Das rasante Wachstum von Shein, das Kleidung zu Tiefstpreisen direkt aus China versendet, hat bereits in ‍vielen europäischen Ländern zu einer Gegenreaktion geführt. Frankreich und die EU haben Zölle von zwei beziehungsweise drei Euro auf importierte Kleinpakete eingeführt, um den Verkauf einzudämmen . Papin kündigte zudem an, dass ein Gesetzesentwurf vorbereitet werde, der es der Regierung ermöglichen solle, Onlineplattformen künftig auch ohne richterliche Genehmigung zu sperren . Eine Stellungnahme von ⁠Shein zu den Äußerungen des Ministers lag zunächst nicht ⁠vor. Shein befindet sich in Privatbesitz und hat bisher vergeblich versucht, in ‌New York und London an die Börse zu gehen. Die Aktie soll an der Börse Hongkong notiert werden. Der ⁠Konzern erzielte 2024 einen weltweiten Umsatz von 37 Milliarden Dollar.