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10.02.2026
16:02 Uhr
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Der Skeletonfahrer Heraskewytsch wollte mit seinem Helm an Sportler erinnern, die im Krieg getötet wurden. Das IOC hat es untersagt, die Ukraine kritisiert das Verbot.

Der ukrainische Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch darf bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo keinen Helm in Erinnerung an im russischen Krieg gegen die Ukraine getötete Sportler seines Heimatlandes tragen. Das teilte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit. Stattdessen dürfe Heraskewytsch aber ein schwarzes Armband in Gedenken an die Kriegstoten tragen. Der Helm, auf dem Porträts von im Krieg getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind, verstoße gegen IOC-Richtlinien, sagte Adams. Die Erlaubnis, ein Armband zu tragen, sei ein "guter Kompromiss". Heraskewytsch dürfe sich im Training, in sozialen Netzwerken und in Pressekonferenzen politisch äußern. Heraskewytsch trug Helm im Training weiter Zuvor hatte Heraskewytsch mitgeteilt, dass ihm ein IOC-Mitarbeiter das Tragen des Helms untersagt habe. Er hatte den Helm am Montag beim offiziellen Training in Cortina d'Ampezzo getragen. Ein IOC-Verantwortlicher habe ihm dann später mitgeteilt, dass dies wegen "Regel 50" nicht erlaubt sei, sagte der Athlet. Regel 50.2 der Olympischen Charta hält fest, dass "keine politische, religiöse oder rassistische Propaganda" an den olympischen Stätten erlaubt ist. Der IOC-Mitarbeiter ist für die Kommunikation zwischen Athleten und den Nationalen Olympischen Komitees (NOK) verantwortlich. Heraskewytsch hoffe, dass dies die Meinung dieser Person und nicht des gesamten IOC sei, sagt er in einem Video bei Instagram und schreibt: "Eine Entscheidung, die mir einfach das Herz bricht." Im Training am Dienstagnachmittag trug der Sportler den Helm weiterhin. Er wisse nicht, ob das offiziell bestätigte Verbot nur im Wettkampf oder auch im Training gelte. "Ich sehe jeden Tag verschiedene Statements, ich hätte gerne Klarheit von ihnen. Ich hoffe, wir kriegen bald mehr Informationen, aber jetzt werde ich den Helm nicht wechseln", sagte er. In seinem Video hatte Heraskewytsch angekündigt, dass eine offizielle Anfrage an das IOC vorbereitet werde. Ukrainische Regierung kritisiert IOC "Wir haben keine Regeln verletzt, und ich sollte mit diesem Helm antreten dürfen", sagte Heraskewytsch der Nachrichtenagentur AP. "Ich kann nicht verstehen, wie dieser Helm irgendjemanden verletzen könnte. Er ist eine Hommage an Athleten, und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie." Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte das Vorgehen des IOC. Heraskewytsch erinnere die Welt an den Preis des ukrainischen Kampfes, schrieb Selenskyj auf Telegram. "Diese Wahrheit kann nicht unbequem, unpassend oder als politischer Akt bezeichnet werden." Auch die ukrainische Regierungschefin Julija Swyrydenko kritisierte die IOC-Entscheidung. "Mehr als 650 ukrainische Athleten werden niemals auf der olympischen Bühne stehen. Sie wurden von den Russen getötet", schrieb Swyrydenko auf X. "Der Toten zu gedenken, ist keine Politik. Es ist eine Frage der Würde." Das Verbot sei "zutiefst falsch". Alles Wichtige zu den Olympischen Winterspielen erfahren Sie in unserem Liveblog .