Zeit 29.01.2026
01:22 Uhr

Olympische Winterspiele: Meloni-Regierung will nach Unmut über ICE-Einsatzplan beschwichtigen


Die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE will bei den Olympischen Winterspielen in Italien operieren. Nach großer Empörung äußert sich die italienische Regierung.

Olympische Winterspiele: Meloni-Regierung will nach Unmut über ICE-Einsatzplan beschwichtigen
Angesichts der Empörung um den geplanten Einsatz der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE bei den Olympischen Winterspielen in Italien versucht die Meloni-Regierung nun zu beschwichtigen. Italiens Innenminister Matteo Piantedosi sagte, die ICE-Beamten würden "ausschließlich innerhalb ihrer diplomatischen Vertretungen" und nicht auf dem italienischen Staatsgebiet tätig sein. Sie verfügen über "keinerlei Befugnisse auf italienischem Staatsgebiet" und sollen nur im US-Konsulat in Mailand angesiedelt sein. Bei den Beamten werde es sich nicht um den "operativen Arm" der Behörde handeln. Für die Sicherheit außerhalb der Vertretungen seien ausschließlich die italienischen Behörden zuständig. Innenminister Piantedosi hatte das Thema zuvor mit US-Botschafter Tilman J. Fertitta besprochen. Fertitta bestätigte anschließend, entsandt würde eine Einheit der Homeland Security Investigations (HSI), und diese würde "streng beratend und nachrichtendienstlich ausgerichtet sein, ohne Patrouillen oder Vollzugsmaßnahmen". Die HSI ist eine der Hauptdirektionen der ICE-Behörde und soll insbesondere internationale kriminelle und terroristische Netzwerke bekämpfen. ICE soll US-Sicherheitsdienst unterstützen Das US-Heimatschutzministerium, dem ICE untersteht, teilte mit, dass die Behörde "selbstverständlich" keine Einwanderungsmaßnahmen im Ausland durchsetze. Stattdessen solle eine ICE-Einheit den diplomatischen Sicherheitsdienst des US-Außenministeriums unterstützen. Botschafter Fertitta bekräftigte diese Ansage: "Bei den Olympischen Spielen werden HSI-Ermittler ihre Expertise einbringen, indem sie nachrichtendienstliche Erkenntnisse zu grenzüberschreitenden kriminellen Bedrohungen liefern, mit Schwerpunkt auf Cyberkriminalität und Gefahren für die nationale Sicherheit", sagte Fertitta in Mailand, alle "Sicherheitsoperationen" während der Olympischen Winterspiele blieben "in der Verantwortung der italienischen Behörden". Zudem solle Italien "bei der Überprüfung und Eindämmung von Risiken durch transnationale kriminelle Organisationen" geholfen werden. Sämtliche Sicherheitseinsätze unterlägen weiter der italienischen Hoheit, hieß es. Die Regierung von Meloni gilt als enge Verbündete von US-Präsident Donald Trump . Große Kritik von Mailands Bürgermeister Am Dienstag war bekannt geworden, dass Beamte der umstrittenen Behörde bei den Spielen von Mailand und Cortina d'Ampezzo, die ab dem 6. Februar stattfinden, bei der Sicherheit dort mitwirken sollen. Die Nachricht folgte nur wenige Tage, nachdem zwei Menschen in Minneapolis von Bundesbeamten erschossen worden waren . Laut Nachrichtenagentur AP sollen an der Eröffnungsfeier der Winterspiele am 6. Februar in Mailand auch US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio teilnehmen. Der geplante Einsatz von ICE-Beamten in Italien hatte in dem Land Besorgnis und Empörung ausgelöst. Der Bürgermeister von Mailand, Giuseppe Sala, äußerte starke Kritik. "Als Bürgermeister von Mailand und als Italiener möchte ich auf keinen Fall, dass diese private Polizeitruppe nach Mailand kommt. Es handelt sich um eine Polizei, die völlig illegal agiert und tötet."