Zeit 08.02.2026
02:49 Uhr

Olympische Winterspiele: Krawalle und Festnahmen bei Demonstration gegen ICE in Mailand


Tausende haben in Mailand gegen Olympia und die US-Behörde ICE protestiert, die bei den Winterspielen präsent ist. Es gab Rauchbomben, sechs Menschen wurden festgenommen.

Olympische Winterspiele: Krawalle und Festnahmen bei Demonstration gegen ICE in Mailand
Bei einer Demonstration am Rande der Olympischen Winterspiele ist es in Mailand zu Krawallen gekommen. Nach einem Protestmarsch von mehr als 3.000 Menschen in Richtung des olympischen Dorfes warfen einige Teilnehmer Rauchbomben und Molotowcocktails in Richtung der Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab sechs Festnahmen. Der Protest richtete sich unter anderem gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Die Polizei sprach von etwa 3.000 Teilnehmern. Nach anderen Schätzungen waren es etwa 5.000. Plakate wie "ICE out" und "ICE=SS" Bei dem Demonstrationszug waren – wie bei früheren Märschen – wieder Plakate wie "ICE out" ("ICE raus") oder "ICE=SS" zu sehen. Die US-Einwanderungspolizei steht in der Kritik wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem in den vergangenen Wochen auch zwei Menschen getötet wurden. In der US-Delegation sollen sich ICE-Beamte um den Schutz von Politikern wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern. Italiens rechte Regierung betonte mehrfach , dass die ICE-Angehörigen auf den Straßen nicht zum Einsatz kämen. Insgesamt werden rund um die Spiele mehr als 6.000 italienische Sicherheitskräfte eingesetzt. Vor einer Woche waren bei einer Kundgebung von linken Autonomen in der früheren Olympiastadt Turin mehr als 100 Menschen verletzt worden. Straßenbau statt Schutz der Berge Bei der Demonstration ging es auch um die ökologische Bilanz der Olympischen Winterspiele. Demonstrierende hielten Transparente hoch, auf denen sie die Verwendung von Kunstschnee kritisierten oder das Fällen von Bäumen anprangerten. Auch die Wohnungsnot in der Finanz- und Modemetropole Mailand thematisierten die Teilnehmer der Kundgebung. "Die Spiele sind aus ökologischer und sozialer Sicht nicht mehr tragbar, ihre Zeit ist abgelaufen", sagte die 29-jährige Demonstrantin Francesca Missana der Nachrichtenagentur AFP. "Diese Spiele wurden als nachhaltig und kostenneutral beworben", kritisierte Alberto di Monte, einer der Organisatoren des Protestmarsches, zu dem Gewerkschaften und Aktivisten aufgerufen hatten. Da es sich jedoch um eine geografisch besonders weit verstreute Veranstaltung handelt, seien Milliardenbeträge für den Bau von Straßen ausgegeben worden, anstatt für den Schutz der Berge. Der 69-jährige Demonstrant Giovanni Gaiani kritisierte die Entscheidung, Hunderte Bäume zu fällen, um die umstrittene Bobbahn Mailand-Cortina zu bauen. Andere Demonstranten hielten Pappbäume hoch, bevor sie diese auf den Boden legten – so, als seien sie gefällt worden. Die Winterspiele Mailand-Cortina verteilen sich auf mehrere Austragungsorte in den italienischen Alpen. Die Eröffnungsfeier fand an vier Standorten statt – in Mailand, Cortina d'Ampezzo, Predazzo und Livigno. Insgesamt sind 2.900 Athletinnen und Athleten angereist.