Zeit 17.02.2026
13:10 Uhr

Olympische Winterspiele: Gold Bayern, Hessen Silber, Sachsen Bronze


Der Bob ist das Gerät der Deutschen, der Eiskanal eine schwarz-rot-goldene Zone. Wir hätten eine Idee für die Siegerehrung heute. Der Olympiatag

Olympische Winterspiele: Gold Bayern, Hessen Silber, Sachsen Bronze
Über wen reden heute alle? Über Minerva Hase und Nikita Wolodin, die sich ihren Traum von der Olympiamedaille erfüllt haben. Als führendes Paar waren sie in ihre Kür gestartet, am Ende wurden sie nach einigen Patzern Dritte. "Sie schlägt zu, die ganze Übermacht von Olympia", schreibt Christof Siemes aus Mailand . Es sei aber beileibe kein Drama gewesen, "wie es der Götterliebling Ilia Malinin zuvor erlebt hat, der vom ersten auf den achten Platz stürzte". Olympiasieger wurden nach einer eiskalten Aufholjagd die Japaner Riki Miura und Ryuichi Kihara. Beide lagen nach dem Kurzprogramm auf Rang fünf, sahen dann ein Paar nach dem anderen hinter sich zurückfallen. Als feststand, dass sie gewonnen hatten, knieten sie einander gegenüber auf dem Boden und weinten. Minerva Hase beugte sich zu ihnen vor und gratulierte, kurz darauf kamen die Zweitplatzierten aus Georgien. Alle Medaillengewinner lagen sich gegenseitig in den Armen und weinten. Hach, Olympia. Was wird heute wichtig? Big Air. Klingt eher nach einer Mutprobe als nach Wintersport, ist aber beides. Okay, Wagemut braucht man für annähernd jede olympische Wintersportart (außer für Curling vielleicht), aber Big Air sieht aus wie für die Wagemutigsten gemacht. Die Sportler rasen mit etwa 60 Stundenkilometern eine Schanze hinunter, auf eine Rampe zu, den Kicker. Der katapultiert sie in die große Luft und in dieser gilt es, sich so oft, vielfältig und lässig wie möglich um die eigene Achse zu drehen – und gesund und sauber wieder zu landen. Die Tricks haben komplizierte Namen, ersparen wir uns das. Aber es ist stets eine Zahl dabei, die aus Coolnessgründen englisch ausgesprochen wird und eine gute Orientierung bietet: In den Anfangsjahren des Big Air galten zwei Drehungen als toll, ein 720 (seven twenty), weil zweimal 360 Grad halt. Mittlerweile zeigen die besten Athleten einen 2340 (twenty-three forty, Taschenrechner herausgeholt, genau, sechseinhalb Drehungen). Aber nicht stressen lassen, die Juroren zählen mit. Sie können die menschlichen Korkenzieher freilich auch ohne Mitzählen bewundern. 19.30 Uhr geht es los, Favorit ist der Norweger Birk Ruud, der die olympische Premiere vor vier Jahren in Peking gewann. Er holte auch Gold im Slopestyle bei diesen Spielen. Dabei hatte Ruud vor den Spielen in Italien einiges zu verdauen. Sein Teamkollege William Bostadløkken war Mitte Dezember bei einem Big-Air-Weltcup in Colorado schwer gestürzt und ist seitdem querschnittsgelähmt. Der Sport klingt nicht nur gefährlich, sondern ist es auch. Was machen die Deutschen? Im Eiskanal vielleicht mal wieder alles abräumen. Schon vor vier Jahren in Peking gingen Gold, Silber und Bronze an deutsche Zweierbobteams. Es sieht nach Wiederholung aus. Nach zwei von vier Läufen liegt erneut Deutschland vor Deutschland und Deutschland. Genauer: Bayern (Johannes Lochner und Georg Fleischhauer) vor Hessen (Adam und Issam Ammour) und Sachsen (Francesco Friedrich und Alexander Schüller). Vielleicht sollte man zur besseren Unterscheidung die Bundesländer bei der Siegerehrung ausweisen. Kennen Sie die bayerische Hymne, die sächsische Fahne? Um 19 Uhr geht es los. Medaillenchancen haben auch die Nordischen Kombinierer um Vinzenz Geiger bei ihrem Wettbewerb auf der Großschanze, (13.45 Uhr). Um 14.30 Uhr versucht die Biathlonstaffel der Männer, aufs Treppchen zu laufen und schießen. Aufpassen müssen die Eishockeyherren, sie brauchen ab 12.10 Uhr einen Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren.