Zeit 12.02.2026
09:16 Uhr

Olympische Winterspiele: Der Schuss ging daneben


Keine gute Idee, live über seine Affäre zu reden, hat nun auch der berühmt gewordene norwegische Biathlet erkannt. Und: Kennen Sie den Halfpipe-Superstar? Der Olympiatag

Olympische Winterspiele: Der Schuss ging daneben
Über wen reden heute alle? Über Jordan Stolz und seine seinem Nachnamen entsprechende Leistung beim Eisschnelllauf über 1.000 Meter. Nach 1:06,28 Minuten überquerte er die Ziellinie und holte damit nicht nur Gold, sondern auch den olympischen Rekord. Den Weltrekord, noch mal eine knappe Sekunde schneller, hat er sowieso schon. Er lief ihn vor zwei Jahren in Salt Lake City. Die Schlittschuhe, die er damals trug, packte er danach weg und holte sie erst für die Olympischen Spiele wieder raus. Mit ihnen hat er jetzt Großes vor. Er wird auch über die 500 und die 1.500 Meter an den Start gehen, dazu im Massenstart und der Teamverfolgung. Überall mit Goldambitionen, ach was: Goldaussichten. Denn Stolz ist in dieser Saison noch ungeschlagen. Falls Sie sich fragen, warum der junge Mann nicht Proud heißt: Sein Vater kommt aus Baden-Württemberg. Ein bisschen stolz kann also zumindest auch Südwestdeutschland auf ihn sein. Wer wird heute wichtig? Chloe Kim. In den USA ist die Snowboarderin ein Superstar. Bei ihren Leistungen ist es verwunderlich, dass sie es nicht überall ist. Seit gut zehn Jahren gehört sie zur Weltspitze. Vor sieben Jahren wurde sie zum ersten Mal Weltmeisterin, hat auch schon zwei olympische Goldmedaillen zu Hause, eine aus Peking, eine aus Pyeongchang, beide aus der Halfpipe. Dabei ist Kim erst 25. In Livigno soll es weitergehen. Klingt nach einem Selbstläufer (oder eher: -flieger), ist es aber nicht. Bei einem Sturz vor einem Monat kugelte Kim sich die Schulter aus und irgendwie wollte die Schulter nicht dahin zurück, wo sie hingehört. Jedenfalls startet Kim in Livigno nach wie vor lädiert und bandagiert. Trotzdem ist mit ihr zu rechnen. Das hat sie in der Qualifikation gezeigt: Mehr als drei Meter hoch schoss sie aus der Halfpipe, schraubte und wirbelte durch die Luft, erhielt am Ende die höchste Wertung. Heute ab 19.30 Uhr geht's dann um Gold. Was machen die Deutschen? Als Leser dieses Newsletters wissen Sie es längst: Um 11.30 Uhr geht es für Emma Aicher im Super-G um die nächste Medaille. Bei diesem Wettbewerb gibt es keine Trainings, die Besichtigung der Strecke entscheidet über Erfolg und Misserfolg. Mein Kollege Fabian Scheler war gestern bei den Männern dabei und hat sich von Felix Neureuther erklären lassen, was alles wichtig wird – von Minimulden bis Riesenbäumen . Apropos Medaille: Es wird auch wieder gerodelt. Heute bekommen sie quasi ein Medley, all hits, no skips : die Teamstaffel. Jeweils im Ein- und im Doppelsitzer gehen Frauen und Männer an den Start. Falls Sie sich fragen, wie um Himmels willen man denn einen Staffelstab beim Rodeln übergeben soll: gar nicht. Am Ende der Strecke muss ein Touchpad berührt werden, dann öffnet sich das Tor für den nächsten Schlitten. Los geht's um 18.30 Uhr. Neues aus Norditalien Mein Kollege Nico Horn hat ein Kleidungsproblem. Er schrieb: "Um mich auf die Winterspiele vorzubereiten, bekam ich von meiner Familie zu Weihnachten ganz viele warme Klamotten geschenkt: Handschuhe, eine Jacke, Thermounterwäsche aus Merinowolle. Sie hätten mir mal lieber ein Netzhemd geschenkt. In Cortina sind es meist um die fünf Grad, die Sonne scheint oft. Es ist wunderschön. Ich weiß nur nicht, was und wie viel ich anziehen soll. Wenn ich morgens das Hotel verlasse, reichen drei Schichten – T-Shirt, Pullover, Winterjacke. Für die Minustemperaturen am Abend packe ich mir warmes Zeug in meinen Rucksack. So weit, so gut. Doch dann stapfe ich zum Start der Rodelbahn hinauf – und schwitze, schwitze, schwitze, selbst wenn ich die Jacke ausziehe. Oben angekommen friert es mich, denn ich bin ja jetzt nass geschwitzt. Ich weiß auch nicht, vielleicht bin ich ein wechselwarmes Tier, gefangen im Körper eines Menschen. Falls Sie Tipps haben, liebe Leserinnen und Leser, bitte helfen Sie mir."