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19.02.2026
15:37 Uhr
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Der Bundespräsident sieht das Jahr 2036 als historisch problematisch an. München, Hamburg, Berlin und die Region Rhein-Ruhr kandidieren für die Olympischen Spiele.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lehnt eine deutsche Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2036 ab. Das bestätigte ein Sprecher des Bundespräsidialamts. Steinmeier sehe das Jahr 2036 als historisch problematisch für eine deutsche Bewerbung an. Begrüßen würde Steinmeier dagegen, wenn Deutschland die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2040 oder 2044 ausrichten könnte. 1936 hatten im nationalsozialistischen Deutschland unter Adolf Hitler die Olympischen Sommerspiele in Berlin stattgefunden. Die Nationalsozialisten missbrauchten die Spiele als Propagandaveranstaltung, indem sie Deutschland als friedliebendes Land präsentierten und die antisemitische und rassistische Politik des NS-Regimes für die Zeit der Spiele verschleierten. Die letzten Olympischen Spiele in Deutschland fanden im Sommer 1972 in München statt. Nun wollen für 2036, 2040 oder 2044 wiederum München sowie Hamburg, Berlin und die Region Rhein-Ruhr für die Sommerspiele kandidieren . Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet im September, welchen nationalen Bewerber er ins Rennen schickt. Olympische Spiele in Berlin könnten bis zu 15 Milliarden Euro kosten Zuvor stimmt die Bevölkerung Hamburgs am 31. Mai ab , ob die Stadt ihre Bewerbung weiterverfolgen soll. Würden die Olympischen und Paralympischen Spiele in Berlin ausgerichtet, könnte das bis zu 15 Milliarden Euro kosten. Diese Summe ergibt sich aus den Angaben des Senats in seiner Kostenschätzung für das olympiakritische Volksbegehren NOlympia. Darin benennt die Senatsverwaltung für Inneres und Sport von Senatorin Iris Spranger (SPD) die Größenordnung der für die Spiele notwendigen Ausgaben und Investitionen. Die Sommerspiele 2028 sind nach Los Angeles vergeben, 2032 ist Brisbane der Gastgeber. Die Spiele für 2036 wurden noch nicht vergeben. Ein asiatisches Land hat bei der Vergabe durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) die größten Chancen, weil die Spiele davor auf anderen Kontinenten stattfinden. Unter anderem haben Indien und Katar bereits ihr Interesse für 2036 angemeldet. Offen ist bislang noch, wie der Bewerbungsprozess aussehen wird. Die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat das alte Auswahlverfahren kurz nach ihrer Amtseinführung pausieren lassen. Die Vergabe soll nicht mehr im alten Verfahren erfolgen, sondern mit einem neuen, flexibleren System.